Flugsimulator für Chirurgen

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Gespeichert von Mareike Sassens... am 31. Januar 2019

Flugsimulator für Chirurgen

Bevor Piloten an den Start gehen, üben sie erst im Flugsimulator schwierige Situationen zu meistern. Doch wie lernen eigentlich angehende Unfallchirurgen, komplizierte Brüche von Patienten zu versorgen?

 

Bislang meist an künstlichen Knochen oder intakten Präparaten verstorbener Spender. Wieviel besser wäre es, wenn sie an einer realistischen Fraktur eines Spenders operieren könnten, bevor sie erstmals „echte“ Patienten beispielsweise nach einem Sturz vom Fahrrad behandelten? Das dachte sich Marc Ebinger, Mitgründer des Kölner Start-Ups Rimasys. 

OP-Saal der Zukunft ist in Köln schon Realität

Bereits im Studium an der Kölner Sporthochschule – Schwerpunkt Biomechanik - beschäftigte sich Ebinger für eine Projektarbeit mit der Herstellung „realitätsnaher Brüche“ an Spenderknochen. Diese erzeugte er mit einer selbst entwickelten Maschine. Mit seinen Freunden Robert Holz und André Passon entwickelte Ebinger die Idee weiter und gründete 2016 schließlich als Spin-Off der Deutschen Sporthochschule in Köln das Start-up Rimasys. Zunächst stellte das Unternehmen am Kölner Biocampus nur Brüche an Spenderknochen her und versendete sie zu Aus- und Weiterbildungszwecken an medizinische Einrichtungen weltweit. Seit wenigen Monaten bietet Rimasys in Köln nun auch eine Art Flugsimulator für Chirurgen an: In dem chirurgischen Trainingszentrum können Ärzte aus aller Welt zunächst anhand von 3-D-Modellen, später dann an Rimasys-Frakturen die Versorgung komplizierter Brüche üben. „Der OP-Saal der Zukunft ist bei uns in Köln schon Realität “, sagt Passon.

„Gründen ist die wertvollste Erfahrung, die ich je gemacht habe“

Im Jahr drei nach der Gründung beschäftigt Rimasys bereits 12 Mitarbeiter – Entwickler, Biomechaniker, Mechatroniker. In diesem Jahr will das Unternehmen in die Gewinnzone kommen. Das sei natürlich toll, das Geld alleine sei für Ebinger aber nie das Motiv für die Gründung gewesen: „Wir möchten hier im Team wirklich was bewegen und die Versorgung der Patienten verbessern.“  Wenn er jungen Gründern heute etwas auf den Weg geben würde wäre es dieser Ratschlag: Dranbleiben und bloß nicht aufgeben, wenn man für eine Idee brennt. Das Gründen sei „die wertvollste Erfahrung, die ich je im Leben gemacht habe“, sagt Ebinger.

„Einmalig, wie junge Gründer in NRW mittlerweile gefördert werden“

„Köln war für uns der ideale Gründerstandort“, erklärt André Passon – nicht nur wegen der engen Verbindung zur Sporthochschule und der technischen Ausstattung auf dem Biocampus. „Wir haben hier so viel Unterstützung bekommen – etwa durch das Hochschulgründernetzwerk oder die Teilnahme am NUK-Businessplanwettbewerb“. Einen weiteren Schub für die Start-up-Szene erwartet Ebinger durch die vom Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Gründerstipendien sowie die geplanten Exzellenz-Start-up-Center. „Das ist schon einmalig, wie junge Gründer in Nordrhein-Westfalen mittlerweile gefördert werden.“

Bild v.l.: ​André Passon, Marc Ebinger, Robert Holz

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