Kerntechnische Anlagen Jülich

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Kerntechnische Anlagen auf dem Gelände des Forschungszentrum Jülich

Auf dem Gelände der ehemaligen Kernforschungsanlage Jülich wird auch heute noch im rechtlichen Sinne in verschiedenen Bereichen „mit Kernbrennstoffen umgegangen“. Hierfür hat das NRW-Wirtschaftsministerium Genehmigungen nach § 9 Atomgesetz (AtG) erteilt und führt die staatliche Aufsicht.

Bei der Genehmigung 9/45 handelt es sich um die sogenannten Großen Heißen Zellen. Heiße Zellen sind speziell errichtete Räume mit starken Abschirmungen gegen radioaktive Strahlung. Die Großen Heißen Zellen werden unter anderem für den Rückbau des FRJ-2 benötigt. Es können beispielsweise größere radioaktiv kontaminierte oder aktivierte Bauteile des ehemaligen Reaktors werden dort entsprechend zerkleinert und in Abfallgebinden verbracht werden. Mit Wirkung zum 01. September 2015 wurde die Genehmigung 9/45 auf die AVR GmbH (zum 01. Januar 2016 umbenannt in Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH – JEN mbH -) übertragen.

Bei der Genehmigung 9/59 handelt es sich um die Chemiezellen. Diese werden zurzeit zurückgebaut. Früher wurden hier radiochemische Experimente mit verschiedenen Kernbrennstoffen und sonstigen radioaktiven Stoffen durchgeführt. Auch die Genehmigung 9/59 ist seit 01. September 2015 auf die AVR GmbH (zum 01. Januar 2016 umbenannt in Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH – JEN mbH) übertragen worden.

Die Genehmigung 9/75 wurde für die Abfallzellen sowie für die Be- und Entladung, die Wartung und den Transport von Castorbehältern benötigt. Diese Genehmigung ist mit Wirkung zum 31. Dezember 2013 erloschen. Der Antrag auf Neugenehmigung nach § 9 Abs. 1 AtG  wurde am 21. Dezember 2013 durch das Forschungszentrum Jülich für diesen Bereich gestellt. Das Genehmigungsverfahren läuft aktuell noch. Seit 01. September 2015 liegt die Antragshoheit im Rahmen des Genehmigungsverfahrens 9/76 bei der AVR GmbH.

Die Genehmigung 9/49 gehört zum Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM-5). Hier werden neue Methoden zur Produktion kurzlebiger Radionuklide und neuer Radioliganden für die Anwendung im medizinischen und biologischen Bereich entwickelt.

Im Rahmen einer Neustrukturierung und Umorganisation der nukleartechnischen Aktivitäten wurden zum 1. September 2015 verschiedene Genehmigungen von der Forschungszentrum Jülich GmbH (FZJ) auf die ebenfalls in Jülich ansässige Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor GmbH (AVR GmbH) übertragen. Im Einzelnen handelt es sich um die bereits oben erwähnten beiden  Genehmigungen, 9/45 und 9/59. Die neue Gesellschaft firmiert seit dem 01. Januar 2016 unter dem Namen "Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH" und ist im Konzern der Energiewerke Nord (EWN) GmbH eingegliedert. Mit der Zusammenlegung wird das am Standort Jülich vorhandene Wissen und Erfahrung über den Rückbau kerntechnischer Anlagen gebündelt.

Die Finanzierung der neuen Gesellschaft erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie durch das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen. Am Standort Jülich wird darüber hinaus mit sonstigen radioaktiven Stoffen, die nicht Kernbrennstoffe sind, umgegangen. Dies wird nach der Strahlenschutzverordnung genehmigt und unterliegt nicht der Aufsicht des NRW-Wirtschaftsministeriums.

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