Logistik

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Gespeichert von Mareike Sassens... am 15. März 2016

Logistik

Im Vergleich mit 160 Ländern hat die jüngste Studie der Weltbank Deutschland nicht nur 2018 erneut zum leistungsfähigsten Logistikstandort auf dem Globus gekührt, sondern auch im Langzeitvergleich 2012-2018. Neben den Verkehrswegen und der Zollabfertigung waren vor allem die Logistikkompetenz, das Tracking und Tracing und die Pünktlichkeit entscheidend. Gerade Nordrhein-Westfalen hat besonders dazu beigetragen, dass Deutschland diesen Titel jetzt zum wiederholten Mal gewinnen konnte.

Nordrhein-Westfalen ist seit Jahren Deutschlands führender Logistikstandort und schon allein durch seine Lage auch international anerkannter Logistikstandort. Mit fast 150 Millionen Verbraucherinnen und -Verbrauchern im Radius von rund 500 Kilometern erreicht die Logistik rund ein Drittel der EU-Bevölkerung in einer LKW-Tagesentfernung. Mehr als 18 Millionen Menschen leben zwischen Rhein und Weser. Die Infrastruktur Nordrhein-Westfalens, das dichte Netz an Autobahnen, Eisenbahnlinien und Wasserstraßen sind ein großer Standortvorteil für die Region.

Zwei internationale Großflughäfen – Düsseldorf International und Köln Bonn Air­port – sowie weitere Flughäfen mit europäischer Anbindung in Dortmund, Müns­ter/Osnabrück, Paderborn/Lippstadt und Weeze/Niederrhein verbinden das Land mit allen wichtigen innerdeutschen Zielen ebenso wie mit den Metropolen und Wirtschaftszentren in aller Welt. Der Köln Bonn Airport ist mit einem Umschlag von rund 860.000 Tonnen Deutschlands Luftfrachtzentrum Nummer 3 und wird u. a. von globalen Unternehmen wie UPS und FedEx als Drehkreuz genutzt. Mit seinen Kanälen und schiffbaren Flüssen verfügt das Land über insgesamt 720 Kilometer Wasserstraßeninfrastruktur. In rund 120 Häfen werden jährlich rund 115 Millionen Tonnen Güter per Schiff umgeschlagen. Mit dem Duisburger Hafen ist der weltgrößte Binnenhafen in Nordrhein-Westfalen beheimatet, mit Dortmund der größte Kanalhafen Europas.

Um erfolgreich logistische Dienstleistungen anbieten zu können, bedarf es nicht alleine einer gut ausgebauten Verkehrsinfrastruktur. Von immenser Bedeutung ist hier auch das breite Spektrum an innovativen Angeboten unserer Unternehmen der Logistikwirtschaft.

Bedeutende Branche im Land

Die Logistikbranche ist eine der führenden Wachstumsbranchen in Nordrhein-Westfalen. Die insgesamt 24.000 Unternehmen der Kernbranche Logistik erwirtschaften jährlich einen Umsatz von rund 68 Milliarden Euro. Von den TOP25-Unternehmen der Logistik haben neun ihren Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen (u.a. Deutsche Post DHL, Rhenus, UPS, FedEx, Arvato).

Die Kernbranche Logistik bietet Arbeitsplätze für 348.500 Beschäftigte, zählt man Beschäftigte mit logistischen Tätigkeiten in Industrie- und Handelsunternehmen hinzu, kommt man auf rund 712.000 Arbeitsplätze in der erweiterten Logistikbranche. Die Logistik gehört damit zu den größten Branchen im Land.

Die Logistikbranche trägt nicht nur selbst einen großen Teil zu Wertschöpfung und Wohlstand des Landes bei, sondern befördert auch die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie- und Handelsunternehmen.

Kompetenznetz Logistik.NRW

Zur Unterstützung der Branche fördert die Landesregierung das Kompetenznetz Logistik.NRW. Kernziel der Aktivitäten von Logistik.NRW ist es, alle Kräfte in der Logistikwirtschaft in Nordrhein-Westfalen zu bündeln und das Land zum Logistikstandort Nr.1 in Europa weiterzuentwickeln. Dazu zählen die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Logistikbranche, der Aufbau beziehungsweise die Pflege einer Logistik-Community in unserem Land, eine zielgerichtete Standortvermarktung des Landes und eine umfassende Flächenpolitik sowie die Generierung technologischer und wirtschaftlicher Zukunftsfelder. So richtet das Kompetenznetz seine Aktivitäten aktuell schwerpunktmäßig auf den Megatrend Digitalisierung aus und unterstützt gezielt Innovationen in diesem Bereich.

Verschiedene Arbeitskreise und Foren des Kompetenznetzes beschäftigen sich mit aktuellen Themen und Fragestellungen der Logistik. Die Palette der Arbeitsschwerpunkte ist umfangreich: Sie reicht von der Chemielogistik über Handelslogistik, Personal in der Logistik, Schifffahrt und Häfen, bis hin zu Logistikimmobilien und - natürlich - Industrie 4.0 und Logistik.

Mit Wettbewerben wie Logistikstandort des Jahres oder LogistiKids stärkt das Kompetenznetz das Image der Logistikbranche. Insbesondere LogistiKids ist hier hervorzuheben: Kindergärten und Grundschulklassen erklären spielerisch logistische Fragestellungen und bringen die Bedeutung der Logistik nicht nur den Kindern, sondern auch den Betreuern, Eltern und der Öffentlichkeit nahe. Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart übernimmt in jedem Jahr die Schirmherrschaft über die LogistiKids.

Innovationen und Leitmärkte

Für die Zukunft gilt es, den wachsenden Herausforderungen zu begegnen: Klimawandel, Ressourcenknappheit, demografischer Wandel und Fachkräftemangel, veränderte Konsummuster, Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft und wachsender Internethandel oder die zunehmende Globalisierung und Internationalisierung von Wertschöpfungsketten erfordern innovative Logistiksysteme.

Nordrhein-Westfalen ist Standort zahlreicher bedeutender Forschungseinrichtungen und Lehrstühle, die sich mit dem Thema Logistik beschäftigen. Rund 4.800 Studierende sind in den 45 Logistik-Studiengängen in Nordrhein-Westfalen eingeschrieben, u.a. für Technische Logistik, Digitale Logistik, Handels- oder Produktionslogistik. Beim bundesweiten Logistik-Hochschul-Ranking 2017, das 160 Hochschulen umfasste, belegten fünf Hochschulen aus Nordrhein-Westfalen die Plätze 1 (Universität Duisburg-Essen), 2 (Universität Münster), 6 (Fachhochschule Münster), 8 (Universität Bochum) und 10 (Technische Universität Dortmund).

Das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund ist das weltweit größte und angesehenste Forschungsinstitut für logistische Fragen. Es berät Unternehmen aller Branchen und Größen in Fragen rund um Materialfluss und Logistik und managt das „Internet der Dinge“. Auch der Digital Hub Logistics als Teil der Digital Hub Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ist beim Fraunhofer IML angesiedelt.

Die Landesregierung konzentriert sich in ihrer Wirtschaftspolitik auf die Leitmärkte, in denen Nordrhein-Westfalen besondere Stärken und Spezialisierungsvorteile hat und die dem Ziel des ökologischen Umbaus zuzurechnen sind. Der Leitmarkt Mobilität und Logistik gehört dazu. Seit April 2015 läuft der Leitmarkt-Wettbewerb Mobilität und Logistik und fördert innovative Projekte.

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