Erneuerbare Energien

Energie- und klimapolitische Rahmenbedingungen haben sich auf nationaler sowie auf europäischer Ebene weiterentwickelt. Insbesondere die Anhebung der Klimaschutzziele auf EU-, Bundes- und Landesebene machen es erforderlich, dass die Energieversorgung grundlegen umgestellt werden muss.

Von einer zentralen, hauptsächlich fossilen und auf Bundesebene noch nuklearen Brennstoffen basierenden Energieversorgung hin zu dezentral nutzbar gemachten erneuerbaren Energien. Mit dem novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2021) wurde das Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch bis 2030 auf 65 Prozent zu steigern, gesetzlich festgeschrieben. So sollen im Jahr 2030 in Deutschland 100 Gigawatt (GW) Photovoltaik-, 71 GW Windenergie- und 8,4 GW Biomassekapazitäten installiert sein.

Mit seiner hohen Bevölkerungsdichte, seiner Bedeutung als Industriestandort, dem hohen Anteil flexibler fossiler Kraftwerkskapazitäten und energieintensiver Unternehmen ist Nordrhein-Westfalen als Beispiel für die erfolgreiche Transformation des Energiesystems von großer Bedeutung. Die erneuerbaren Energien stellen eine entscheidende Säule der zukünftigen Energieversorgung Nordrhein-Westfalens dar. Neben Biomasse und Wasserkraft, die durch ihren flexiblen Einsatz und durch ihre Netzdienlichkeit einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung leisten, stellen Wind- und Solarenergie die wichtigsten erneuerbaren Energieträger für die Energiewende in Nordrhein-Westfalen dar.

Die installierte Leistung von erneuerbaren Energieanlagen zur Stromerzeugung in Nordrhein- Westfalen lag am 31.12.2020 bei derzeit rund 13 GW (Daten des MaStR). Im Hinblick auf die installierte Leistung steht Nordrhein-Westfalen damit auf Platz 3 im Bundesländerranking. Auch beim Netto-Zubau von Anlagen zur Nutzung von erneuerbaren Energien ist in NRW ein aufsteigender Trend festzustellen, der stetig fortgesetzt wird. Bereits im ersten Halbjahr 2021 sind 444 MW Leistung (v.a. im Bereich Photovoltaik und Windenergie an Land) neu installiert worden. Der Anteil der einzelnen erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung verteilt sich wie abgebildet.

Anteil Energieträger Diagramm

für eine zukunftsfähige und verlässliche Energiewende

Weitere Informationen zum aktuellen Bestand und den Potenzialen der erneuerbaren Energien in Nordrhein-Westfalen finden Sie im Energieatlas.

Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Energiewende zukunftsfähig und verlässlich zu gestalten in einem Marktumfeld, das Systemstabilität, Versorgungssicherheit auf hohem Niveau und international wettbewerbsfähige Strompreise gewährleistet. Sie soll technologieoffen betrieben werden, zu einer effizienten Vernetzung eines zunehmend von erneuerbaren Energien geprägten Gesamtsystems führen und einen angemessenen Anwohner-, Landschafts- und Naturschutz insbesondere beim Ausbau der Windenergie gewährleisten.

Um den Umbau des Energiesystems schnell und ambitioniert voranzutreiben, hat sich die Landesregierung mit der Fortschreibung der Energieversorgungsstrategie NRW neue Ausbauziele gesetzt. So strebt die Landesregierung mindestens eine Verdreifachung, möglichst eine Vervierfachung für den PV-Ausbau von rund 6 GW in 2020 auf 18 bis 24 GW in 2030 und eine Verdopplung für den Windenergie-Ausbau von ebenfalls 6 GW in 2020 auf 12 GW in 2030 an. Bei Biomasse und Wasserkraft ist das Potenzial insbesondere im Stromsektor weitgehend ausgeschöpft. Hier gilt es, deren wichtigen Beitrag zur Flexibilisierung und Netzdienlichkeit des Energiesystems sicherzustellen. Sofern insbesondere auf Bundesebene die energiewirtschaftlichen Voraussetzungen vorliegen, wird mit den neuen Ausbauzielen der Energieversorgungsstrategie angestrebt, eine Steigerung des Anteils von erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf mehr als 55 Prozent bis 2030 zu erreichen.
Um zusätzliche Impulse für den Photovoltaik-Ausbau in Nordrhein-Westfalen zu setzen, wurde das Förderprogramm „progres.nrw-Klimaschutztechnik“ (ehemals Markteinführung) überarbeitet und neu aufgelegt. Mit dem im August 2021 in Kraft getretenen Programm wurden unter anderem drei neue Photovoltaik-Förderbausteine (klassischen Photovoltaik-Freiflächenanlagen, Floating- und Agri-PV, PV auf kommunalen Gebäuden sowie entsprechende Beratungen) geschaffen, um bisher ungenutzte Potenziale zu erschließen.