Innovationspreis Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen

Mit innovativen Produkten und Verfahren machen sich viele Handwerksbetriebe in Nordrhein-Westfalen fit für die Zukunft.

Die besten Ideen würdigt das Wirtschafts- und Digitalministerium mit dem „Innovationspreis Handwerk“ des Landes Nordrhein-Westfalen. Der mit jeweils 10 000 Euro dotierte Preis wird seit 2019 alle zwei Jahre an herausragende Betriebe vergeben.

Teilnehmen können Unternehmen, die in Nordrhein-Westfalen als Betrieb bei der Handwerkskammer in der Handwerksrolle eingetragen sind. Bei den Bewerbungen wird der Neuigkeitswert für die Wirtschaft und Branche genauso betrachtet wie die ökonomische Verwertbarkeit der Innovation und die betriebliche und außerbetriebliche Wirkung.

Innovationspreis Handwerk 2021 - Die Preisträger

Die Preisverleihung fand am 4. Oktober 2021 im K21 in Düsseldorf statt.

Kategorie A: Sehzentrum Optik Schmitz aus Dortmund
Der Augenoptiker-Fachbetrieb aus Dortmund ist als Fachberater für Sehbehinderte zertifiziert. Die entwickelte Spezialbrille BESTMACULA® kann Menschen mit Netzhauterkrankungen, wie z.B. bei Macula Degeneration, zu einem besseren Sehen verhelfen. Dabei handelt es sich um eine patentgeschützte Spezialbrille neuester Generation. Die Innovation ist durch eine konsequente Weiterentwicklung bislang bekannter Spezialbrillen aus dem Tagesgeschäft heraus entstanden. Auslöser des innovativen Entwicklungsprozesses war der Anspruch des Sehzentrums, Sehbehinderten mit Netzhauterkrankungen durch bessere Spezialbrillen mehr Lebensqualität zu ermöglichen und deren Sicherheit im Alltag durch ein verbessertes Sehen zu steigern.

Kategorie B: HOF Alutec Metallverarbeitung aus Mettingen
Der Metallbaubetrieb aus Mettingen bietet maßgeschneiderte Lösungen im Bereich Aluminium- und Stahlbau und ist für anspruchsvolle Festinstallationen sowie flexible Konstruktionen für die Event- und Konzertbranche bundesweit bekannt. Mit der entwickelten Moving Light Truss2 (MLT2) lässt sich Lichttechnik (Moving Lights) sicher und platzsparend transportieren und der Auf- und Abbau kann wesentlich schneller realisiert werden. Es ist eine innovative Weiterentwicklung der Traversentechnologie inklusive eines dazugehörigen Transportsystems.

Preisträger 2019 Innovationspreis Handwerk

FORMOTiON GmbH aus Wilnsdorf 

Geschäftsführender Gesellschafter Thilo Krumm und sein Team wählten bei einem notwendig gewordenen Standortwechsel die Flucht in die Zukunft: Der gesamte Workflow des Unternehmens wurde in automatisierte Prozesse überführt. Die Arbeitsabläufe des Modell- und Formenbauunternehmens wurden dadurch komplett neu strukturiert, moderne 4.0-Aspekte sind jetzt berücksichtigt.

Wie beim Umzug in ein neues Haus wurden sämtliche Räume noch in der Rohbauphase miteinander vernetzt: Alle relevanten Stellen des Unternehmens wurden mit Sensoren ausgestattet und in einem Human-Machine-Interface visualisiert. Gleichzeitig wurden unliebsame Notwendigkeiten wie das Qualitätsmanagement oder die Wartung auf Online-Plattformen digitalisiert. Das Ergebnis ist eine umfassende Wertschöpfung auf allen Ebenen, die die Auszeichnung in der Innovationskategorie „Neue Organisationsmethoden” begründet. 

Profi Metall & Technik GmbH aus Stadtlohn 

Der Metallbauer wird ausgezeichnet für sein Projekt „WERSTEPLift”. Hinter dieser Bezeichnung versteckt sich ein Gerät, das den Transport von schweren Lasten auf mittleren und großen Baustellen erleichtert. Der Lift ist innerhalb weniger Minuten aufgebaut und betriebsbereit. Er kann auch von Laien bedient werden. Spezielle Kippstifte ermöglichen eine Montage ohne Werkzeuge. Von der Basis-Version des Geräts werden bis zu 125 Kilogramm Traglast in eine Hubhöhe von 12 Metern gestemmt. Die Profi Metall & Technik GmbH hat den WERSTEPLift erfolgreich entwickelt und die Schutzrechte erlangt. Hierfür erhält das
Unternehmen den Innovationspreis Handwerk 2019 in der Innovationskategorie „Technologische Neuerungen”.

Jüke Systemtechnik GmbH aus Altenberge 

Jüke entwickelte ein automatisiertes System zur Umweltanalytik, Lebensmittelkontrolle, Medikamentenentwicklung, Drogenanalyse sowie zur Handhabung giftiger oder teurer Substanzen im Labor. Ein dreidimensional arbeitender Roboter verknüpft eine exakte Dosier- und Wägetechnologie mit einer Probenvorbereitung zu einem autonomen Gesamtsystem. So wird Labortätigkeit vom Handling bis zur Analytik vereinfacht, automatisiert und letztlich wirtschaftlich effektiviert. Das Produkt nennt sich „CHRONECT Quantos”, die Auszeichnung erfolgt in der Innovationskategorie „Technologische Neuerungen”.

Ulrich Rotte Anlagenbau und Fördertechnik GmbH aus Salzkotten 

Die Firma hat einen neuartigen, flexiblen Werkstückträger entwickelt. Er fußt auf einem cyberphysischen System, das sich selbstständig Produkteigenschaften wie Form, Gewicht oder Steifigkeit anpassen kann. Eine dezentrale Steuerung der Träger ermöglicht hochdynamische Verarbeitungen der unterschiedlichsten Produkte. Die Zeit- und Kostenersparnis münden in eine hohe Energieeffizienz, die Jury sieht einen hohen wirtschaftlichen Nutzen dieser Innovation aus Salzkotten. Das Unternehmen erhält die Auszeichnung in der Innovationskategorie „Neue/verbesserte Produkte/Dienstleistungen”.