Netzausbau Strom/Gas

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Netzausbau Strom/Gas

Die Strom- und Gasnetze in Deutschland müssen im Zuge der Energiewende ausgebaut und ertüchtigt werden. Denn bisher waren die Energienetze primär auf eine Verteilung der Energie sozusagen vom Großen zum Kleinen hin ausgelegt, das heißt aus Großkraftwerken hin zu den Letztverbrauchern. Mit zunehmender Energieerzeugung in sogenannten dezentralen Anlagen wie etwa Wind- und Photovoltaik-Anlagen wandelt sich diese ursprüngliche Aufgabe der Energienetze. Hinzu kommt der Wettbewerb auf den Energiemärkten, der mit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes 1998 eingeläutet wurde. Er ermöglicht die freie Auswahl des Endkunden unter mehreren Energielieferanten, die wiederum für die Belieferung auf Netzkapazitäten angewiesen sind.

Das Energiewirtschaftsgesetz stellt für die Errichtung und Änderung von Energieleitungen oberhalb bestimmter Schwellenwerte (bei Strom ab 110 kV, bei Gas ab 300 mm Durchmesser) das Planfeststellungsverfahren zur Verfügung. Mit ihm werden alle öffentlichen und privaten Belange, die von einem Leitungsbauvorhaben berührt werden, an einer Stelle zusammengeführt, entsprechend ihrer Gewichtung untereinander abgewogen und im abschließenden Planfeststellungsbeschluss beschieden (Konzentrationswirkung). Wesentlicher Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens ist die Prüfung der Umweltverträglichkeit des Vorhabens und die Beteiligung der betroffenen Öffentlichkeit mit mündlicher Erörterung erhobener Einwendungen. Die Planfeststellungsverfahren werden in Nordrhein-Westfalen von den Bezirksregierungen geführt.

Energieleitungsausbaugesetz

Die dena-Netzstudie I aus dem Jahr 2005 hatte schon vor der Energiewende ergeben, dass zur Integration der zunehmenden Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und für den wachsenden europaweiten Stromhandel ein Ausbau der Übertragungsnetze erforderlich sein würde. Mit dem Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) vom 21.08.2009 wurden daher bundesweit 24 vordringliche Leitungsausbauvorhaben mit einer Gesamtlänge von rd. 2.000 km identifiziert und für sie durch die gesetzgeberische Entscheidung der energiewirtschaftliche Bedarf verbindlich festgestellt.

Zehn dieser Vorhaben betreffen zumindest teilweise Nordrhein-Westfalen (zusammen rd. 450 km), zwei davon nur sehr geringfügig. Hierzulande geht es ganz überwiegend um den Ersatz vorhandener Leitungen in bestehenden Trassen durch neue Masten und Leiterseile mit größerer Transportkapazität. In vier der 24 Leitungsbauvorhaben ermöglicht das EnLAG auch den Test von Erdverkabelungen auf technisch und wirtschaftlich effizienten Teilabschnitten. Eines dieser vier sog. Erdkabel-Pilotprojekte befindet sich in Nordrhein-Westfalen, und zwar die Leitung vom niedersächsischen Meppen nach Wesel am Niederrhein (EnLAG-Vorhaben Nr. 5).

Netzausbaubeschleunigungsgesetz

Im Gegensatz zum  Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) ist das Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) ein Kind der Energiewende. Mit ihm wurde zur Beschleunigung des Netzausbaus eine neue Planungshierarchie für Hochspannungsleitungen geschaffen. Ausgehend von einem Szenariorahmen, in dem die Übertragungsnetzbetreiber die Eckdaten des Netzausbaus beschreiben, erstellt die Bundesnetzagentur (BNetzA) jährlich einen Netzentwicklungsplan.

Auf dessen Grundlage erarbeitet die Bundesregierung alle drei Jahre einen Bundesbedarfsplan und legt ihn dem Bundestag zu Beschlussfassung vor. Auf dieser Basis ermittelt die BNetzA auf Antrag der Übertragungsnetzbetreiber im Rahmen einer Bundesfachplanung Trassenkorridore für neue Hochspannungsleitungen, die als Ziele der Raumordnung gelten, folglich für nachfolgende Planfeststellungsverfahren bindend sind und in einem Bundesnetzplan dokumentiert werden. Anschließend führt die BNetzA Planfeststellungsverfahren ohne vorlaufende Raumordnungsverfahren für die Vorhaben des Bundesnetzplans durch.

Energienetzgutachten

Die gemeinsam von den Wirtschaftsministerien in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Thüringen in Auftrag gegebene Studie analysiert Organisations- und Finanzierungsmodelle für einen zügigen und effizienten Ausbau der Übertragungsnetze in Deutschland.

Bis 2023 besteht ein Investitionsbedarf in die Übertragungsnetze in Deutschland von etwa 30 Milliarden Euro. Etwa die Hälfte entfällt auf Offshore-Netzanbindungen.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, ob ausreichend Kapital für die für den Netzausbau erforderlichen Investitionen zur Verfügung steht und inwieweit Hemmnisse bestehen, die insbesondere auch langfristig orientierte Investoren, wie beispielsweise die Versicherungswirtschaft, daran hindern, sich an der Finanzierung der anstehenden Projekte zu  beteiligen. Darüber hinaus ist untersucht worden,  ob zur Beschleunigung des Ausbaus eine staatliche Netzgesellschaft notwendig ist.

Kosteneffizienz nicht ausreichend gewährleistet

Der Gutachter stellt fest, dass es derzeit keine akuten Finanzierungsprobleme gibt. Die bestehende Regulierung erscheint ihnen als ausreichend attraktiv, um ein hohes Interesse auch externer Investoren zu wecken. Ebenfalls Versicherungen werden als geeignete Investoren gesehen. Um hier weitere Hürden abzubauen, sollte die Einführung einer "Infrastruktur-Katalog-Anlageklasse" in der Anlageverordnung beziehungsweis im Rahmen der Solvency-II-Regelungen geprüft werden.

Die Kosteneffizienz sei im derzeitigen Regulierungsregime, so urteilt der Gutachter, jedoch nicht ausreichend gewährleistet. Seiner Auffassung nach könnten im Offshore-Bereich derzeit Kosten weitgehend durchgereicht werden, wodurch wenige Anreize für Kosteneffizienz bestehen. Auch im Onshore-Bereich sieht der Gutachter Verbesserungspotenzial durch eine stärkere Trennung von Bestandsgeschäft und Neuinvestitionen. Darüber hinaus regt der Gutachter an, eine öffentliche Beteiligung im Offshore-Netzausbau zu prüfen.

Zu den Empfehlungen des Gutachtens haben die drei Wirtschaftsminister Nils Schmid (Baden-Württemberg), Uwe Höhn (Thüringen) und Garrelt Duin (Nordrhein-Westfalen) am 21. Juli 2014 Stellung genommen:

Technische Netz-Innovation

Smart Grid: Der Begriff Smart Grid steht für ein intelligentes Energieversorgungssystem, welches unter dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) die Vernetzung und Steuerung aller Verbraucher koordiniert und ein hochautomatisiertes und modernes Energieübertragungssystem darstellt. In diesen moderne Netzstrukturen sind neben den elektrischen Leitungen selbst geeignete Speichersysteme, intelligente Schalt- und Steuerelemente, regelbare Transformatoren sowie insbesondere auch intelligente Messgeräte (Smart Meter) für die Verbraucher integriert, um diesen Informationen und Anreize für einen effizienten Energieverbrauch zu liefern.

Die Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) ist bereits seit längerem bekannt. Sie hat Vorteile bei langen Übertragungswegen. Die Energieübertragung kann in beide Richtungen erfolgen und die Transportverluste sind niedriger als bei der Wechselspannungsübertragung. Deshalb kann hier mehr Energie über die Leitung übertragen werden. Um ein HGÜ-System zu betreiben, müssen zwei Umrichterstationen errichtet werden, die am Anfang der Leitung die Wechselspannung in Gleichspannung, und am Ende der Leitung die Gleichspannung wieder in Wechselspannung umwandeln.

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