Klimaschutzpolitik in Nordrhein-Westfalen

Am 1. Juli 2021 hat der nordrhein-westfälische Landtag das bis dahin ehrgeizigste Klimaschutzgesetz eines Bundeslandes verabschiedet. Kern ist die Verpflichtung, bereits 2045 treibhausgasneutral zu wirtschaften.

Gleichzeitig verfolgt Nordrhein-Westfalen das Ziel, Klimaschutz als Treiber für Innovation und Modernisierung zu nutzen. Es gilt, Transformationsprozesse anzustoßen, welche die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes nachhaltig stärken und die Lebensqualität erhöhen. Klimaschutz soll dabei technologieoffen vorangetrieben werden.

Die großen Aktionsfelder für den Klimaschutz sind der Energiesektor, die Industrie, der Gebäudebereich und die Mobilität sowie die kluge Verzahnung dieser Bereiche (Sektorenkopplung). Hier ist nicht nur die Landesregierung gefragt. Auch die Wirtschaft und Industrie, Wissenschaft und Kommunen sind aufgerufen, ihren Beitrag zu leisten und aktiv an Klimaschutz und Energiewende mitzuwirken. Die im neuen Klimaschutzgesetz verankerten Ziele: Bis 2030 sollen die Emissionen im Vergleich zum Jahr 1990 um 65 Prozent und bis 2040 um 88 Prozent sinken. 2045 soll das Land treibhausgasneutral wirtschaften.

Klimaschutz und Wirtschaftswachstum miteinander vereinen

Klimaschutz betreiben und gleichzeitig ein starker Wirtschaftsstandort sein schließt sich heute nicht mehr gegenseitig aus. Im Gegenteil: Klimaschutz bietet Chancen für Unternehmen, die moderne, energieeffiziente Technologien, Anwendungen und Verfahrensweisen einsetzen und anbieten. Die Nachfrage nach innovativen Produkten und Dienstleistungen für effektiven Klimaschutz nimmt zu. Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen sollen eine wichtige Rolle auf den Märkten der Zukunft spielen. Ziel ist es, das Bundesland zum modernsten und klimafreundlichsten Wirtschafts- und Industriestandort Europas zu entwickeln. Mit der Entwicklung von ambitionierten Strategien – etwa für den Ausbau der erneuerbaren Energien, den Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft, der Nutzung von synthetischen Kraftstoffen oder der Etablierung einer klimafreundlichen Nutzung von Kohlenstoff – geht Nordrhein-Westfalen bei der Transformation des Standorts voran.

Unterstützung für alle Zielgruppen

Bei Energiewende und Klimaschutz braucht es das Engagement von allen Akteursgruppen im Land: Von großen Industrieunternehmen über kleine und mittlere Unternehmen, Handwerksbetriebe bis hin zu Kommunen und allen Bürgerinnen und Bürgern. Sie alle beim Rollout von klimaschonenden Technologien aktiv einzubinden, ist das Ziel der Landesregierung. Das Tempo bei der Investition in eine klimaschonende Infrastruktur muss erheblich steigen. Um dies zu erreichen, bündelt das Land seit Anfang 2022 alle bisherigen Initiativen im Bereich Klimaschutz und Energie unter dem Dach der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate. Zentrale Aufgabe der Landesgesellschaft ist es, notwendige Investitionen in Nordrhein-Westfalen auszulösen, Fördermittel nach Nordrhein-Westfalen zu holen und so die Umsetzung von Klimaschutz und Energiewende voranzubringen.