Gesundheitswirtschaft

Gesundheitswirtschaft in Nordrhein-Westfalen – Leitbranche und Innovationsmotor

Größte Branche nach Umsatz und Arbeitsplätzen und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor, enge Kooperation von Forschung und Unternehmen

Die Gesundheitswirtschaft ist eine Leitbranche der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Als nach Umsatz und Arbeitsplätzen größte Branche weist sie zugleich hohes Wachstumspotenzial auf. Eine ausgezeichnete medizinisch-pflegerische Versorgung geht einher mit industriellen Teilbranchen wie Medizintechnik, pharmazeutischer Industrie und Biotech-Unternehmen, die weltweit eine Spitzenstellung einnehmen. Wichtiger Erfolgsfaktor ist die enge Kooperation von Unternehmen und Forschung, mit der die Gesundheitswirtschaft sich als Innovationsmotor für eine moderne Gesundheitsversorgung etabliert.

Wirtschaftsfaktor mit hohem Wachstumspotenzial

Die Gesundheitswirtschaft in Nordrhein-Westfalen ist ein Motor für Wachstum und Innovationen. Speziell in der Medizintechnik nehmen die hiesigen Unternehmen eine internationale Spitzenstellung ein. Auch die breit aufgestellte Pharmaindustrie mit erfolgreichen Global Playern und die innovativen Unternehmen der medizinischen Biotechnologie prägen die Gesundheitsbranche im Land.

Das Fundament dafür bildet die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Unternehmen: In Nordrhein-Westfalen sorgen sieben Universitätskliniken und zahlreiche weitere staatliche und private Forschungseinrichtungen nicht nur für eine hervorragende Forschung, sondern auch für Hochleistungsmedizin in der Krankenversorgung, eine moderne Ausbildung in Gesundheits- und Pflegeberufen und nicht zuletzt für erfolgreiche Kooperationen mit der Wirtschaft.

  • Mit einer Bruttowertschöpfung von 75,2 Milliarden Euro (2018), das entspricht zwölf Prozent der Gesamtwirtschaft, ist die Gesundheitswirtschaft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Insgesamt sind etwa 1,6 Millionen Menschen in dieser Branche beschäftigt – rund ein Sechstel aller Erwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen. Die langjährigen Wachstumsraten der Branche liegen in allen Bereichen deutlich über Durchschnitt aller Wirtschaftszweige.
  • Wichtige Bestandteile der Gesundheitswirtschaft in Nordrhein-Westfalen sind die Pharmaindustrie, Bio- und Gentechnologie, Medizintechnik-Produzenten, die Gesundheitshandwerke, der Groß- und Facheinzelhandel mit medizinischen und orthopädischen Produkten, die Gesundheits-IT sowie weitere Vorleistungs- und Zulieferbereiche. Insbesondere die industrielle Gesundheitswirtschaft leistet zugleich einen erheblichen Beitrag zum Außenhandel, mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten.
  • Nordrhein-Westfalen verfügt über eine ausgezeichnete medizinische Versorgungsinfrastruktur. Den Kernbereich der Gesundheitswirtschaft bildet die medizinisch-pflegerische Versorgung, also die rund 350 Krankenhäuser, über 4.000 Apotheken, mehr als 25.000 Arzt- und Zahnarztpraxen, dazu die Heilberufe, stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen, Reha-Einrichtungen und weitere ambulante Dienste.

Das Wirtschaftsministerium, das Gesundheitsministerium sowie das Wissenschaftsministerium, begleiten mit ihren jeweiligen Schwerpunktsetzungen und Initiativen die Gesundheitswirtschaft in Nordrhein-Westfalen.

Leitmärkte Gesundheit und Life Sciences unterstützen Innovation, Vernetzung und Kooperation

Im Rahmen der Innovationsstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen sind „Gesundheit“ und „Life Sciences“ als Leitmärkte der Zukunft definiert. Ziel ist es, durch enge Vernetzung aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette neue Innovationspotenziale zu identifizieren und Stärken weiterzuentwickeln. Aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) werden in Nordrhein-Westfalen insbesondere Innovationsverbünde gefördert. Thematische und regionale Cluster und Kompetenznetzwerke schaffen dabei einen Rahmen für die Kooperation von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentlicher Hand. Die für die Gesundheitswirtschaft in Nordrhein-Westfalen relevanten Cluster sind:
www.medizin.nrw
www.bio.nrw

Darüber hinaus unterstützen sechs Gesundheitswirtschaftsregionen in Nordrhein-Westfalen die Netzwerkbildung und schaffen einen Rahmen für Kooperation und Innovationen.

Düsseldorf ist mit der MEDICA Standort der weltweit größten Fachmesse für Medizintechnik, Elektromedizin, Laborausstattung, Diagnostika und Arzneimittel. Das Land beteiligt sich hier regelmäßig mit Gemeinschaftsständen, auf denen kleine und mittlere Unternehmen, Institutionen der Gesundheitsbranche sowie Förderprojekte innovative Produkte und Dienstleistungen präsentieren, die in Nordrhein-Westfalen entwickelt wurden.

Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft – Vorreiterrolle weiter ausbauen

Nordrhein-Westfalen nimmt beim Einsatz von Telematik-Anwendungen bundesweit eine Vorreiterrolle ein. In vielen Forschungs- und Entwicklungsprojekten hat das Land digitale Anwendungen der sektorenübergreifenden Kommunikation erfolgreich erprobt. Die Ergebnisse fließen auch in die Entwicklung bundeseinheitlicher Standards ein. Beispiele sind etwa die elektronische Fallakte, der Westdeutsche Teleradiologieverbund oder die Erfahrungen als Testregion für Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte. Der Aufbau der Telematikinfrastruktur (TI) und der Ausbau der Telemedizin sind in den vergangenen Jahren zentrale Handlungsfelder.

Alle Bereiche der Gesundheitswirtschaft erfahren durch die digitale Transformation rasante und erhebliche Veränderungen. Das NRW-Wirtschaftsministerium unterstützt die Unternehmen auch im Gesundheitssektor dabei. Zahlreiche Aktivitäten und Projekte zeigen die Vorreiterrolle des Landes bei der Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft und tragen dazu bei, sie weiter auszubauen.

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