Daten und Fakten zur Wirtschaft

Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste und am dichtesten besiedelte Flächenland Deutschlands.

Nordrhein-Westfalen in Zahlen

Grunddaten NRW    
Fläche und Bevölkerung (2020) Einheit  
Fläche km2 34.112
Anteil Deutschland % 9,5
Einwohner (31. Dezember 2020) Anzahl 17.925.570
Anteil Deutschland % 21,6
weiblich % 50,9
männlich % 49,1
unter 20 Jahre % 18,8
über 20 Jahre bis unter 65 Jahre % 59,8
über 65 Jahre % 21,4
Ausländer % 13,8
Bevölkerungsdichte Einwohner/km2 525
Wirtschaftskraft (2021, Datenstand April 2022)    
Bruttoinlandsprodukt (BIP) Mrd. Euro 733,3
Anteil Deutschland % 20,5
je Einwohner Euro 40.951
je Erwerbstätigen Euro 76.427
Anteil an der Bruttowertschöpfung (2019, Datenstand April 2020)    
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei % 0,6
Produzierendes Gewerbe % 26,8

Verarbeitendes Gewerbe

% 17,6

Baugewerbe

% 5,2

Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden, Energieversorgung, Wasserversorgung; Entsorgung u.Ä.

% 4,1
Dienstleistungsbereiche % 72,5

Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation

% 22,1

Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister; Grundstücks- und Wohnungswesen

% 26,1

Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit, Private Haushalte

% 24,3
Erwerbstätige (2021, Datenstand April 2022)    
Insgesamt Tsd. 9.550
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei % 0,8
Produzierendes Gewerbe % 21,9

Verarbeitendes Gewerbe

% 15,3

Baugewerbe

% 5,1

Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden, Energieversorgung, Wasserversorgung; Entsorgung u.Ä.

% 1,5
Dienstleistungsbereiche % 77,3

Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation

% 25,4

Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister; Grundstücks- und Wohnungswesen

% 17,9

Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit, Private Haushalte

% 34

Quelle: IT.NRW

Nach Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011 lag die Einwohnerzahl in Nordrhein-Westfalen zum Stichtag 31. Dezember 2020 bei 17.925.570. Nach der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung setzt sich der Trend eines kontinuierlichen Bevölkerungsanstieges bis 2032 fort. Die Einwohnerzahl steigt bis dahin um etwa 1,2 Prozent auf rund 18,1 Millionen. Für den Zeitraum nach 2032 geht die Bevölkerungsvorausberechnung von einer rückläufigen Bevölkerungsentwicklung aus. Bis 2060 wird demnach ein Bevölkerungsrückgang um etwa zwei Prozent auf rund 17,5 Millionen Einwohner prognostiziert.

Bevölkerungsentwicklung in Nordrhein-Westfalen 1970 - 2060

Bruttoinlandsprodukt nach Bundesländern

In Nordrhein-Westfalen wurden im Jahr 2021 Waren und Dienstleistungen mit einem Wert von etwa 733 Milliarden Euro hergestellt. Damit ist Nordrhein-Westfalen das wirtschaftsstärkste Bundesland, vor Bayern und Baden-Württemberg. Der Anteil Nordrhein-Westfalens an der gesamten Wirtschaftsleistung der Bundesrepublik lag 2021 bei rund 21 Prozent.

BIP in jeweiligen Preisen nach Bundesländern 2020 in Mrd. Euro


Reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts nach Bundesländern

Nach einer ersten amtlichen Schätzung des „Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ (VGRdL) ist die Wirtschaft Nordrhein-Westfalens im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent gewachsen. Im Bundesdurchschnitt ist die wirtschaftliche Leistung in 2021 um 2,9 Prozent gestiegen. Das ist der stärkste Anstieg seit 2017, auch wenn der Einbruch des Pandemiejahres 2020 damit noch nicht wieder aufgeholt ist. Die Wachstumslücke gegenüber dem Bund schließt sich weiter. In den Jahren 2010 bis 2016 ist das Land noch um durchschnittlich 0,7 Prozentpunkte langsamer gewachsen, dieser Rückstand hat sich im Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021 halbiert. Beim Wirtschaftswachstum erreicht Nordrhein-Westfalen im Ländervergleich mit Rang acht mittlerweile einen guten Mittelfeldplatz.

Reales BIP-Wachstum in % nach Bundesländern 2020 ggü. 2019


Geschäftsklima der nordrhein-westfälischen Wirtschaft (NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima)

Das ifo-Geschäftsklima ist ein anerkannter Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung und wird monatlich veröffentlicht. Er basiert auf monatlichen Befragungen von Unternehmen zu deren aktuellen Geschäftslage und Erwartungen für die kommenden Monate. Das Geschäftsklima ist der Mittelwert aus den Ergebnissen der Befragungen zur Geschäftslage und Erwartungen. Das ifo Institut ermittelt den Geschäftsklimaindex für Deutschland. Auf dieser Basis veröffentlicht die NRW.BANK das Geschäftsklima für die nordrhein-westfälische Wirtschaft als Saldo der positiven und negativen Einschätzungen.
Mehr Informationen zum NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima

Geschäftsklima in NRW

Beschäftigungsentwicklung in Nordrhein-Westfalen

Im Jahresverlauf 2021 hat sich die Lage auf dem nordrhein-westfälischen Arbeitsmarkt erneut deutlich verbessert. Insgesamt sind knapp 90.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze hinzugekommen. Damit hat die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Jahresmittel mit 7,1 Millionen einen neuen Höchststand erreicht. Mit einem Beschäftigungszuwachs von 1,3 Prozent hat sich das Land zudem besser als der Bundesdurchschnitt mit einem Zuwachs von 1,0 Prozent entwickelt.

Die Arbeitslosenquote in Nordrhein-Westfalen lag im Jahr 2021 durchschnittlich bei 7,3 Prozent und in der gesamten Bundesrepublik bei 5,7 Prozent. Mit einem Rückgang um jeweils 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr haben sich die Arbeitslosenquoten in Nordrhein-Westfalen und im Bund im gleichen Maße entwickelt.

Die Zahl der im Jahresdurchschnitt registrierten Arbeitslosen ist in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2021 wieder leicht gesunken. Die vierte Corona-Welle hat die Erholung auf dem Arbeitsmarkt zum Ende des Jahres 2021 etwas verlangsamt.

Arbeitslosenquote in NRW und Deutschland 2000 bis 2020, Jahresdurchschnittswerte


Arbeitslose in NRW und Deutschland Jahresdurchschnittswerte von 2000 bis 2020


Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in NRW und Deutschland Jahresdurchschnittswerte von 2000 bis 2020

Entwicklung der Wirtschaftsbereiche in NRW

Seit Beginn der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts schreitet der Prozess der „Tertiarisierung“ der Wirtschaft voran. Der Anteil der Dienstleistungen an der gesamtwirtschaftlichen Produktion ist inzwischen auf etwa 72,5 Prozent gestiegen, der Anteil der Industrie liegt heute bei rund 26,8 Prozent, die Landwirtschaft spielt bei dieser Betrachtung fast keine Rolle mehr. Die Grafiken bilden die Verlagerung der Gewichte während der letzten 51 Jahre ab.

Wirtschaftssektoren in NRW 1970

Diagramm Wirtschaftssektoren in NRW 2021

Erwerbstätige im Produktions- und Dienstleistungssektor NRW

Der Prozess der Tertiarisierung führt nicht nur im Hinblick auf die Bruttowertschöpfung zu einer Verschiebung zwischen den Sektoren, er ist auch auf dem Arbeitsmarkt sichtbar. Seit den 1970er Jahren ist der überwiegende Teil der Erwerbstätigen im Dienstleistungsbereich beschäftigt. In der Industrie arbeitet seit 2001 weniger als ein Viertel der Erwerbstätigen. Zugleich ist die Zahl aller Erwerbstätigen auf über 9,5 Millionen gestiegen.

Erwerbstätige im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsgewerbe NRW 1970 bis 2020

Außenhandel Nordrhein-Westfalens

Im Jahr 2020 gingen über 60 Prozent aller Exporte Nordrhein-Westfalens in EU-Länder. Die bedeutendsten Exportländer – gemessen am Außenhandelsvolumen – sind die Niederlande, Frankreich, die Volksrepublik China sowie die Vereinigten Staaten. Die wichtigsten Exportgüter sind Chemische Erzeugnisse, Maschinen, Metalle sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile.

In Bezug auf die Importe sind die Niederlande, die Volksrepublik China, Frankreich und Belgien die bedeutendsten Handelspartner Nordrhein-Westfalens. Die wichtigsten Importgüter sind Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse, Chemische Erzeugnisse, Kraftwagen und Kraftwagenteile sowie Erdöl und Erdgas.

Export nach Handelspartnern für NRW 2020

Exporte nach Gütern NRW 2020

Importe nach Handelspartnern für NRW 2020

 

Importe nach Gütern NRW 2020

Verbraucherpreisindex für Nordrhein-Westfalen und Deutschland

Der Verbrauchpreisindex für Nordrhein-Westfalen ist im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr jahresdurchschnittlich um 3,2 Prozent gestiegen. Im Vorjahr lag die Teuerungsrate lediglich bei 0,5 Prozent. Zum spürbaren Preisanstieg haben nach den pandemiedingten Einbrüchen im Jahr 2020 insbesondere die Erholung der Weltnachfrage, Störungen der internationalen Lieferketten und gestiegene Energie- und Rohstoffpreise beigetragen, aber auch Sondereffekte wie die befristete Senkung der Umsatzsteuersätze in der zweiten Jahreshälfte 2020. Im Großen und Ganzen entspricht die Preisveränderung der Entwicklung im Bund.

Verbraucherpreisindex für NRW und Deutschland