Endlich die erste Geige spielen

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Gespeichert von Volker Stößel am 10. August 2018
10. August 2018

Endlich die erste Geige spielen

Deutsch-belgisches Unternehmerpaar hat sich mit einer Geigenbauwerkstatt in Aachen selbstständig gemacht.

 

Letztlich ist die Entscheidung innerhalb von einer Stunde gefallen. Im März 2015 haben Judith Marie Huppertz und Christoph Verstraeten den Startschuss für ihr gemeinsames Unternehmen Vitula Geigenbauwerkstatt gegeben. Acht Monate später hat das Duo seine Werkstatt mit Geschäftsräumen sowie angrenzendem Wohnhaus im Zentrum von Aachen offiziell eröffnen können. Rückblickend erzählt Judith Marie Huppertz: „Bereits während unserer Ausbildung als Geigenbauer wussten wir beide, dass wir uns irgendwann auf jeden Fall selbstständig machen möchten. Wir hatten Vertrauen in unser Können und waren begeistert von der Idee, endlich unser eigenes Ding zu machen.“
Die Vitula Geigenbauwerkstatt bietet nicht nur den Neubau sondern auch die Restaurierung von Streichinstrumenten an. Zielgruppe sind Studierende, professionelle Musiker, Amateure und Sammler.

Taditionelles Handwerk

In der Werkstatt arbeiten die 31-jährige Judith Marie Huppertz und der 30-jährige Christoph Verstraeten. Die Aachenerin hat eine vierjährige Ausbildung zur Geigenbauerin in Antwerpen absolviert, bevor sie in diesem Bereich im belgischen Hasselt und Köln gearbeitet hat. Auch der Belgier Verstraeten ist ausgebildeter Geigenbauer mit Anstellungen in Hasselt, Düsseldorf und Nauheim.
Das Unternehmerpaar fühlt sich der Tradition seines Handwerks verpflichtet und möchten es „als die neue, junge Generation Geigenbauer mit in die Zukunft nehmen“. Huppertz: „Handwerklich gesehen arbeiten wir so, wie die Instrumentenbauer vor 500 Jahren. Viele unserer Kunden sind fasziniert davon. Sie sehnen sich nach Tradition, Langsamkeit, nach dem Schönen, echter Qualität und danach, dass man sich für sie Zeit nimmt.“

Moderne Art des Marketing

Zeitgemäß ist die Art, wie die beiden Handwerker Marketing betreiben. Mit ihren Kunden kommunizieren sie vielsprachig in Deutsch, Englisch und Niederländisch. Soziale Medien wie auch verschiedene Messenger-Dienste gehören zu den Kanälen für ihre Kunden- und Zulieferer-Kommunikation.

Über die Entwicklung der Vitula Geigenbauwerkstatt erzählt Huppertz: „Auch bei uns traf der Spruch ‚Aller Anfang ist schwer‘ zu. Jedoch haben wir Zeiten mit schlechter Auftragslage genutzt, um eigene Instrumente zu bauen, alte einzukaufen und zu restaurieren. So saßen wir nie da, ohne etwas zu tun zu haben. Das war sehr wichtig, damit kein Frust aufkommt.“ Heute hat der Betrieb, der in unmittelbarer Nähe zur Musikhochschule und dem Musiktheater von Aachen liegt, laut eigenen Angaben einen stetig wachsenden Kundestamm. Als Vorteil erweist sich die geografische Nähe zu Belgien und den Niederlanden sowie die schnelle Erreichbarkeit von London und Paris. „Für unser Metier ist es wichtig, international unterwegs zu sein. Gerade im Ausland treffen wir Experten und besuchen Auktionen“, so Verstraeten.

Unterstützung durch die Handwerkskammer, STARTERCENTER NRW und Co.

Unterstützung beim Aufbau ihres Betriebes erhielt das Unternehmer-Duo durch die Handwerkskammer Aachen, an der sie ein Existenzgründerseminar besucht hat. Zudem half die Kammer bei der Erstellung des Businessplans. Mit Erfolg: Bei der KfW Bank haben die zwei einen Gründerkredit erhalten. Zur Netzwerkpflege haben die Geigenbauer Gründerabende der STARTERCENTER NRW besucht, seit Jahresbeginn sind sie Mitglied im Arbeitskreis Junger Handwerksunternehmen in Aachen.

Resümierend berichtet Huppertz: „Unsere Erwartungen an den eigenen Betrieb haben sich erfüllt. Wir haben mehr Selbstbestimmtheit, neue Herausforderungen und einen engeren Kontakt zu unseren Kunden aufbauen können.“

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