Schlaue Brille ermöglicht Wissensmanagement und standortübergreifende Zusammenarbeit

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Gespeichert von Volker Stößel am 27. Dezember 2017
27. Dezember 2017

Gewinner des DWNRW-Awards unterstützt Produktions- und Serviceprozess seiner Kunden

Aachener Start-up oculavis bietet smarte Lösung für Service, Qualitätsmanagement oder Produktion.

 

Seit Vorstellung der Google Glass im Jahr 2012 gab es ein Auf und Ab im Bereich der Smart Glasses. Das Aachener Start-up oculavis macht die Vorzüge der schlauen Brillen für seine Kunden nutzbar. Zwei der drei Gründer, Dr. Markus Große Böckmann (32) und Martin Plutz (33), haben bereits während ihrer Zeit am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie an Themen zur Digitalisierung von Produktions- und Serviceprozessen geforscht. Besonders fasziniert hat sie, dass Smart Glasses eine freihändige Arbeit bei gleichzeitiger Informationsversorgung ermöglichen. Im Frühjahr 2016 haben sie mit dem Informatiker Philipp Siebenkotten (32) oculavis aus der Taufe gehoben. Ausschlaggebend für die Gründung waren die damals anstehenden Technologiesprünge der Smart Glasses und gleichzeitig der Wunsch nach unternehmerischer Entfaltung und Selbstbestimmung der Gründer. 

Das Start-up betreibt die Plattform SHARE für standortübergreifende Prozesse wie die Fernwartung von Maschinen. Mit seiner Hilfe teilen die Nutzer Informationen wie Betriebsanleitungen oder die Dokumentation über ihre Servicefälle, Produkte und Prozesse. Bei Schwierigkeiten vernetzen sich Experte und Techniker live per Videotelefonie, teilen das gleiche Sichtfeld per Smart Glasses und erhalten so ein Werkzeug zur effizienten Problemlösung. Mittels der Plattform können Servicefälle , Audits und Wartungsaufgaben geplant werden. Digitale, multimediale Anleitungen mit Darstellungen aus der Ich-Perspektive und Augmented-Reality-Funktionalitäten ermöglichen eine schnelle Schulung aus der Distanz. „SHARE kann im Service, bei Qualitätsaufgaben oder in der Produktion eingesetzt werden. Mit unserer Plattform teilen Unternehmen nicht nur ihr Wissen, sie revolutionieren die standortübergreifende Zusammenarbeit ihres Unternehmens“, fasst Plutz zusammen.
Das Geschäftsmodell von oculavis basiert auf dem Verkauf der Lizenz für die Softwareplattform mitsamt Service und Training. Hinzu kommen Entwicklungsprojekte zu technologisch ähnlich gelagerten Fragestellungen rund um Augmented Reality und Smart Glasses.

Türöffner digitalHub Aachen

Wertvolle Impulse bei der Entwicklung und Ergänzung des digitalen Geschäftsmodells hat oculavis durch den digitalHUB Aachen erhalten. „Der digitalHub ist für uns Anlaufstelle zum Netzwerken in der Aachener Region. Hierdurch können wir unseren Bekanntheitsgrad bei etablierten Unternehmen erhöhen. Und darüber wird schließlich Geschäft generiert“, so Dr. Große Böckmann.

Zielsetzung: Nachhaltiges Unternehmen mit familiärer Teamkultur

Das Start-up schreibt laut des Mitgründers schwarze Zahlen, hat über 40 Installationen der Plattform SHARE im Feld. Automobilzulieferer wie Benteler oder Saint Gobain nutzen die Plattform zur standortübergreifenden Wartung und Instandsetzung. Der Werkzeugmaschinenhersteller Makino bietet seinen Kunden den innovativen Service mit Smart Glasses an. Derzeit beschäftigt oculavis 17 Mitarbeiter. Die drei Gründer haben alle an der RWTH Aachen studiert: Philipp Siebenkotten Diplom-Informatik, Martin Plutz und Dr. Markus Große Böckmann jeweils Wirtschaftsingenieurwesen. Gemeinsam ist zudem allen, dass ihre Familien einen ausgeprägten unternehmerischen Hintergrund aufweisen. „Es liegt uns im Blut, selbstbestimmt zu agieren“, schlussfolgert Dr. Große Böckmann. „Die große Herausforderung besteht jedoch darin, ein nachhaltiges Unternehmen mit einer familiären Teamkultur zu entwickeln. Das Wachstum ist dabei sicherlich ein wichtiges Ziel, allen voran geht es uns aber um das tägliche Miteinander im Mitarbeiterkreis und um die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Kunden“, so der oculavis Mitgründer.

Der Erfolgsgeschichte des Aachener Start-ups wurde jüngst ein neues Kapitel hinzugefügt. Am 8. November 2017 überreichte Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart den Preis der Digitalen Wirtschaft (DWNRW-Award) an das junge Unternehmen. Erfreut sagt Mitgründer Dr. Große Böckmann: „Der Gewinn des umkämpften Digital Awards ehrt und erfreut uns. Daran und an unserem Kundenfeedback merken wir, dass wir an etwas wirklich Großem arbeiten. Wir zeigen mit unserer Software SHARE, dass Made-in-Germany auch für digitale Produkte eine echte Qualitätsmarke darstellt.“

Über die Serie #GründerzeitNRW

In der Serie #GründerzeitNRW kommen Gründerinnen und Gründer zu Wort, die mit ihren individuellen Lebenswegen und Geschäftsideen die Vielfalt der Start-up-Szene in Nordrhein-Westfalen  widerspiegeln und Mut zur Selbstständigkeit machen sollen. Ausgewählt wurden junge Unternehmen, die von Startercentern oder anderen Einrichtungen beraten oder für Auszeichnungen, wie den GRÜNDERPREIS NRW oder DWNRW-Award nominiert wurden.

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