Regionale Strukturpolitik

Regionale Strukturpolitik

Regionale Kooperation stärken

Kaum irgendwo in Deutschland sind die regionalen Unterschiede so ausgeprägt wie in Nordrhein-Westfalen - geographisch, demographisch, ökonomisch. Zum einen der überwiegend dienstleistungsgeprägte Ballungsraum an Rhein und Ruhr als größte zusammenhängende, polyzentrische Metropolregion Europas, zum anderen die stärker mittelständisch-industriell geprägten suburbanen bis ländlichen Regionen mit nur wenigen Oberzentren. Bei allen Herausforderungen besitzt jede Region spezifische Stärken, Potenziale und Chancen, die es zu entwickeln, freizusetzen und vor allem zu nutzen gilt.

Im Zuge der Globalisierung und der damit einhergehenden Intensivierung des internationalen Wettbewerbs kommt den Faktoren Standort und regionale Einbindung eine wachsende Bedeutung zu. Wertschöpfungsnetzwerke haben immer eine räumliche Dimension und sie sind, auch wenn sie im internationalen Wettbewerb stehen, regional verankert. Da Standort- und Investitionsentscheidungen der Unternehmen im Vergleich weltweiter Alternativen getroffen werden, sind attraktive Standortbedingungen eine wesentliche Voraussetzung für eine positive wirtschaftliche Entwicklung.

Heute haben sich neun Wirtschaftsregionen in Nordrhein-Westfalen etabliert, deren räumliche Abgrenzung entlang historisch, kulturell und ökonomisch gewachsener Handlungsräume und der gelebten Zusammenarbeit im Rahmen von Regionalmanagements erfolgt. Indem sich die regionalen Kooperationsverbünde neue „Governance-Strukturen“ gegeben haben, sind die Regionen in der Lage, sich nach außen – etwa im internationalen Standortwettbewerb – zu positionieren.

Sie bilden Kooperationen, um wirtschaftliche, arbeitsmarktpolitische und planerische Ziele zu erreichen. Viele fachliche Aufgaben sind heute auf der Ebene der einzelnen Kommunen kaum noch lösbar: Flächen können durch kommunale Kooperation effizienter entwickelt und vermarktet werden. Auch die Lösung demografischer Herausforderungen ist eher in regionalen Handlungsansätzen möglich. Schließlich kann der Einsatz öffentlicher Mittel zielgerichteter und effektiver erfolgen.

Dort, wo regionale Kooperation einen Mehrwert bringt, stärkt die Landesregierung die regionale Zusammenarbeit, um ihre Präsenz im internationalen Standortwettbewerb auszubauen und sie als feste Partner der Wirtschaftspolitik des Landes zu etablieren. 

Mit ihrer Strukturpolitik verfolgt die Landesregierung sowohl einen auf Ausgleich regionaler Disparitäten ausgerichteten Ansatz als auch einen wachstumsorientierten Ansatz. Während das Ziel zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Deutschland ein im Grundgesetz verankerter Auftrag ist, folgt der wachstumsorientierte Ansatz der Strategie Europa 2020, die auf Wachstum und Beschäftigung ausgerichtet ist und den Rahmen für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum schaffen soll.

Die Notwendigkeit der aktiven Beteiligung von Regionen an einer erfolgreichen und akzeptierten Wirtschafts- und Strukturpolitik des Landes ist unumstritten und seit vielen Jahren erprobt und erfolgreich. Denn so können die regionale Heterogenität, die jeweiligen sozio-ökonomischen Strukturen sowie die Branchenstrukturen in den einzelnen Regionen am ehesten berücksichtigt werden.

Voraussetzung für eine effiziente und moderne Regionalentwicklung ist zunächst die Analyse der regionalen Stärken und Herausforderungen sowie das Festlegen von daraus abzuleitenden Zielen und Maßnahmen im Rahmen einer Entwicklungsstrategie. Die NRW.BANK - Förderbank des Landes - beobachtet die sozio-ökonomischen Entwicklungen in den Regionen des Landes. Mit ihren regionalwirtschaftlichen Profilen wird eine systematische Beschreibung aktueller Strukturen in den Regionen sowie deren Entwicklung in den zurückliegenden Jahren möglich. Damit wird auch die Grundlage geschaffen, den Bedarf und die Wirksamkeit strukturpolitischer Maßnahmen ableiten zu können. Die regionalwirtschaftlichen Profile der NRW.BANK werden jährlich fortgeschrieben: www.nrwbank.de/de/corporate/Publikationen/Publikationsinhaltsseiten/regional-wirtschaftliche-profile

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