Mittelstandsfinanzierung

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Gespeichert von Mareike Sassens... am 11. Juli 2016

Mittelstandsfinanzierung/Basel III

Auswirkungen von Basel III auf die Mittelstandsfinanzierung

Seit 1974 werden im sogenannten „Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht“ zwischen den großen Wirtschaftsnationen Regelungen für den Finanzsektor beraten und Empfehlungen für zwischenstaatliche Vereinbarungen ausgesprochen.

Im Zuge der weltweiten Banken- und Finanzkrise nach Zusammenbruch der Lehman-Bank in 2008 ist dabei ein „Basel III“ genanntes Regelwerk entstanden, das strengere Vorgaben insbesondere an die Eigenkapitalausstattung und Liquidität von Banken vorsieht. Die Umsetzung von Basel III erfolgt auf europäischer Ebene durch eine Verordnung, die unmittelbar geltendes Recht darstellt, sowie durch eine Richtlinie, die von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umzusetzen ist. Diese Umsetzung ist in Deutschland durch das CRD-IV-Umsetzungsgesetz im Sommer 2013 durch Beschlussfassung im Bundestag und Bundesrat abgeschlossen worden.

Kreditversorgung des Mittelstands sicherstellen

Strengere Regelungen beispielsweise bei der Kreditvergabe können dazu führen, dass Unternehmen weniger Finanzmittel für dringend benötigte Investitionen haben. Als Wirtschaftsminisiterum ist es uns aber wichtig, dass die Kreditversorgung der Wirtschaft – insbesondere des Mittelstands – sichergestellt wird, denn der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft und hat sich gerade in der Krise als stabilisierend, widerstandsfähig und dynamisch erwiesen.

Mittelstandskredite haben deshalb in Deutschland eine große Bedeutung - und da diese nicht zur weltweiten Banken- und Finanzkrise beigetragen haben, hatte Nordrhein-Westfalen sich daher erfolgreich dafür eingesetzt, dass für Mittelstandskredite künftig kein höheres Eigenkapital vorgehalten werden muss.

Die sogenannte „Kapitalunterlegung“ für Kredite an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) soll nunmehr durch die Einführung eines neuen Faktors gleich bleiben. Dieser Unterstützungsfaktor bei der Eigenmittelunterlegung von Risikopositionen der Banken gegenüber KMU gilt insbesondere für Unternehmen mit einer Verschuldung von weniger als 1,5 Mio. Euro. Deshalb sind dramatische Verwerfungen bei der Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen nicht zu befürchten.

Der Kreditzugang für mittelständische Unternehmen wird derzeit als entspannt angesehen, auch das niedrige Zinsniveau macht kreditfinanzierte Investitionen aktuell rentabel. Gleichwohl zeichnen sich Auswirkungen der Baseler Regelwerke ab: Banken agieren bei der Vergabe längerfristiger Kredite zurückhaltender und achten verstärkt auf die Bonität ihrer Kunden.

Deshalb könnte es künftig für etliche KMU schwerer und teurer werden, Darlehen zu erhalten. Unternehmen sollten der Frage der Finanzierung mehr Aufmerksamkeit widmen. Das betrifft die Eigenkapitalausstattung, bankübliche Sicherheiten, die Transparenz und Kommunikation mit der Hausbank.

Das Land bietet eine breite Palette an Förderprodukten

Im Auftrag der Landesregierung unterstützen die NRW.BANK und die Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen den Mittelstand mit dem gesamten Spektrum kreditwirtschaftlicher Förderprodukte. So bietet die NRW.BANK Eigenkapitalbeteiligungen, zinsgünstige Förderkredite und Haftungsfreistellungen an. Ergänzt wird das Angebot durch Bürgschaften der Bürgschaftsbank NRW.

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