Kraftwerke/Netze

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Gespeichert von Mareike Sassens... am 19. Mai 2016

Kraftwerke/Netze

Die Energiewende ist eine große gesellschaftliche Herausforderung, die uns noch viele Jahre beschäftigen wird. Innovative, effiziente und umweltgerechte Lösungen beim Um- und Neubau von Kraftwerken, insbesondere auch beim Bau von KWK-Anlagen, und bei den Netzen sind wesentliche Voraussetzungen für ein Gelingen der Energiewende.

Kraft-Wärme-Kopplung

Die Kraft-Wärme-Koppelung (KWK) ist für die Transformation des Energiesystems von großer Bedeutung, denn diese Technologie verbindet durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme den Strom- und Wärmesektor. KWK ist ein kostengünstiger, einfacher und umweltgerechter Weg, mittelfristig Wärme aus Erneuerbaren Energien und hocheffizienten konventionellen Energieerzeugungsanlagen in urbane Versorgungsstrukturen zu integrieren und ist bei rückläufiger gesicherter Leistung immer mehr Garant der Versorgungssicherheit für NRW und Deutschland. Der deutliche Ausbau der dezentralen, effizienten und klimafreundlichen KWK ist nach Auffassung der Landesregierung einer der wesentlichen Beiträge zur Erreichung der Klimaschutzziele und trägt maßgeblich zum Ressourcen- und Klimaschutz bei.

KWK bietet insbesondere im dichtbesiedelten NRW in Verbindung mit der Fernwärmeinfrastruktur ein erhebliches Potenzial zur CO2-Einsparung zu geringen volkswirtschaftlichen Kosten und für eine effizientere Energieversorgung. In modernen Kraftwerken, in denen die Stromerzeugung im Vordergrund steht, werden je nach Brennstoff zwischen 45 und 61 Prozent der eingesetzten Brennstoffenergie in Strom umgewandelt. Durch die Nutzung der Wärme in KWK-Anlagen lässt sich der Nutzungsgrad auf über 90 Prozent steigern.

Auch für die energieintensive Industrie mit ihrem hohen Wärmebedarf sind KWK-Anlagen aufgrund ihrer technischen Besonderheiten eine energieeffiziente und kostengünstige Lösung. 

Die Landesregierung beabsichtigt, den KWK-Anteil an der Stromerzeugung bis 2020 auf über 25 Prozent zu erhöhen. Im Bundesländervergleich ist in NRW die Nettostromerzeugung durch industrielle KWK am höchsten (17,6 Prozent; 2013).

Weitere Informationen:

Kraftwerke

Neue, moderne, hocheffiziente fossile Kraftwerke, möglichst in Kraft-Wärme-Kopplung, stellen aus Sicht der Landesregierung Nordrhein-Westfalen eine notwendige Brückentechnologie bis zu einer nahezu vollständigen Energieversorgung aus erneuerbaren Energien dar. Der konventionelle Kraftwerkspark wird auch in den kommenden Jahrzehnten für eine sichere Energieversorgung unverzichtbar sein.

Dabei steht zukünftig mit einem zunehmenden Anteil volatiler erneuerbarer Erzeugung auch der Aspekt der Flexibilität konventioneller Kraftwerke im Vordergrund.
In Deutschland sind derzeit Erzeugungsanlagen mit einer Netto-Nennleistung von ca. 204 Gigawatt (GW) installiert, davon ca. 42 GW in NRW. Die Anzahl der konventionellen Kraftwerke wird aufgrund von derzeit bestehenden Überkapazitäten sowie niedriger Stromhandelspreise in den nächsten Jahren weiter abnehmen. Die Bundesnetzagentur führt seit 2011 eine detaillierte Liste aller Kraftwerksblöcke in Deutschland mit einer Leistung größer 10 Megawatt (MW). Im Mai 2016 betrug die Nettokapazität einschließlich der Erneuerbaren-Energien-Anlagen 204,5 GW. 

In Deutschland waren in 2015 insgesamt 20,9 GW Braunkohlenkapazitäten installiert, davon allein im Rheinischen Revier 10,4 GW. Dort werden in Niederaußem und Neurath die weltweit modernsten Braunkohlekraftwerke betrieben. Die drei BOA-Blöcke (BOA: Braunkohlenkraftwerk mit Optimierter Anlagentechnik) haben einen Wirkungsgrad von 43 Prozent.

In Deutschland waren in 2015 insgesamt 28,1 GW Steinkohlenkapazitäten installiert, davon in NRW 13,4 GW. In Duisburg-Walsum und in Lünen werden die weltweit modernsten Steinkohlenblöcke mit einem Wirkungsgrad von 46 Prozent betrieben.

In 2015 waren in Deutschland insgesamt 24 GW erdgasbefeuerte Kraftwerkskapazitäten installiert, davon allein in NRW ca. 6,4 GW. In Düsseldorf-Lausward und in Köln-Niehl werden die weltweit modernsten GuD-Kraftwerke (Gas- und Dampf-Kombikraftwerke) mit einem Wirkungsgrad von bis zu 61 Prozent betrieben. Diese liefern den Städten neben Strom gleichzeitig auch Fernwärme und erreichen dadurch einen Nutzungsgrad von bis zu 91 Prozent.

Weitere Informationen
www.bundesnetzagentur.de

Stromnetze

Das deutsche Stromnetz besteht aus dem Übertragungsnetz und dem Verteilnetz. Die bestehenden Übertragungs- und Verteilnetze wurden teilweise noch vor dem 2. Weltkrieg errichtet und sind auf eine einseitige Verteilung des Stroms von den Kraftwerken auf die Verbraucher ausgerichtet. Sie sind nicht oder nur bedingt geeignet, neben den Kraftwerken auch eine Vielzahl kleiner Energieerzeuger, wie etwa die Erneuerbaren-Energien-Anlagen, in das Netz zu integrieren. Hier besteht noch erheblicher Investitionsbedarf, um auch den Erfordernissen einer dezentraleren Energieversorgung gerecht werden zu können.

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