Instrumente der Unternehmenssicherung

Instrumente der Unternehmenssicherung

Je eher sich Unternehmen insbesondere zur Vorbeugung einer Krise um Unterstützung und Beratung bemühen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass betriebswirtschaftliche Umstrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt werden können. Die auf dieser Seite beschriebenen Instrumente können Ihnen dabei helfen.

Bürgschaften der Bürgschaftsbank NRW

Die Bürgschaftsbank NRW ist eine Selbsthilfeorganisation der Wirtschaft, die nicht profitorientiert arbeitet. Sie ersetzt fehlende Sicherheiten und ermöglicht unter anderem mittelständischen Unternehmern sowie Freiberuflern kreditfinanzierte Investitionen, Rationalisierungs- und Modernisierungsmaßnahmen auch im Rahmen von Umstrukturierungen. Sie gewährt für bis zu 80 Prozent des Darlehensbetrages eine Ausfallbürgschaft (maximal 1,25 Millionen Euro). Sanierungen oder Umschuldungen werden allerdings nicht begleitet. Details finden sie hier.

Die EU-Beihilferichtlinien können in Einzelfällen, insbesondere in Krisenfällen, einer Förderung entgegenstehen.

Landesbürgschaften Nordrhein-Westfalen

Dort wo die Bürgschaftsbank NRW nicht mehr helfen kann, setzt die Landesbürgschaft ein. Das Land Nordrhein-Westfalen gewährt zur Absicherung volkswirtschaftlich förderungswürdiger und betriebswirtschaftlich vertretbarer Vorhaben Landesbürgschaften, sofern bankübliche Sicherheiten nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Das Bürgschaftsvolumen muss über 1,25 Millionen Euro liegen.

Beantragt werden kann eine Bürgschaft unter anderem für:

  • Auffanglösungen, Restrukturierungen, Sanierungen
  • wachstumsbedingte bzw. verlustbedingte Finanzierungen
  • Rationalisierungs- und Modernisierungsmaßnahmen

Antragsberechtigt sind gewerbliche Unternehmen, Freiberufler, land- und forstwirtschaftliche Betriebe sowie Existenzgründer.

Die Anträge sind über PwC in Düsseldorf zu stellen.

Die Kapitalbeteiligungsgesellschaft NRW (KBG)

Ähnlich wie die Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen GmbH ist auch die KBG eine Selbsthilfeorganisation der Wirtschaft, die nicht profitorientiert arbeitet. Wenn ein Unternehmen nicht über ausreichend Eigenkapital für eine Investition oder Modernisierung verfügt, kann die KBG NRW hier als stiller Gesellschafter fungieren und so dessen Eigenkapital erhöhen. Das Unternehmen hat dadurch auch eine bessere Ausgangsposition, um zu besseren Konditionen bei Kreditinstituten Kredite aufzunehmen. Details finden Sie hier.

NRW.BANK - Finanzierungsbegleitung

Die Finanzierungsbegleitung unterstützt kleine und mittlere Unternehmen aus NRW insbesondere in Veränderungsprozessen, zum Beispiel bei der Unternehmenssicherung, ihre Finanzierungsstrukturen zu optimieren. Dies erfolgt in individuellen und neutralen Einzelberatungen, bei Bedarf auch über einen längeren Zeitraum. Die NRW.BANK vermittelt Kontakt- und Beratungsstellen für die Beantragung geeigneter Förderprodukte und berät bei der Vorbereitung von Finanzierungsgesprächen.

NRW.BANK-Spezialfonds

Im Rahmen einer Restrukturierung werden neben dem entsprechenden Know how insbesondere Eigenkapitalbeiträge erforderlich, um den Prozess zu gestalten. Der NRW.BANK.Spezialfonds unterstützt erfahrene Restrukturierer bei der Bereitstellung des erforderlichen Kapitals durch entsprechende Co-Finanzierungen.

Förderung unternehmerischen Know-hows

Neue Beratungsrichtlinien ab 2016: Mit Beginn des Jahres wird die bundesweite Beratungsförderung für kleine und mittlere Unternehmen – zu denen auch Angehörige der freien Berufe zählen – neu ausgerichtet.

Das neue Förderprogramm mit dem Namen „Förderung unternehmerischen Know-hows" fasst unter anderem die bisherigen Programme „Turn-Around-Beratung" und „Runder Tisch" zusammen. Zuständig für die Umsetzung des Programms ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Die neue „Förderung unternehmerischen Know-hows" richtet sich u.a. an Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden. Unternehmen in Schwierigkeiten können für eine Unternehmenssicherungsberatung zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit eine Förderung erhalten.

Details finden Sie hier.

Bonitätsanalyse der Deutschen Bundesbank

Geschäftsbanken können Kreditforderungen als Sicherheiten für ihre Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank einsetzen. Bedingung dafür ist, dass die als Schuldner auftretenden Unternehmen und wirtschaftlich Selbständigen als „notenbankfähig“ anerkannt werden. Dazu müssen sie hohen Bonitätsanforderungen genügen. Interessierten Unternehmen bietet die Deutsche Bundesbank auch unabhängig von der refinanzierungsbezogenen Bonitätsprüfung eine detaillierte Bilanzanalyse an. Details und Ansprechpartner finden Sie hier.

Beschäftigtentransfer und Kurzarbeitergeld

Sollte der Personalabbau unumgänglich sein, können auch kleine und mittelständische Unternehmen die Instrumente des Beschäftigtentransfers oder der Kurzarbeit nutzen um Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Informationen zu Transferagenturen und Transfergesellschaften finden Sie beim Arbeitsministerium NRW.

Informationen zum Kurzarbeitergeld finden Sie hier.

Notfall – Ausfall der Führung

Auch der plötzliche Ausfall der Unternehmensführung kann eine Krise auslösen, auf die zahlreiche Unternehmen nicht angemessen vorbereitet sind. Hier finden Sie Hinweise für die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen.

Die Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern haben für diese Situation einen sogenannten Notfallkoffer entwickelt: Notfallkoffer HWK und Notfallkoffer IHK.

Neben den vorgenannten Instrumenten werden Unternehmen noch durch sachkundiges Personal der Wirtschaftsförderungen, der Industrie- und Handelskammern und der Handwerkskammern, der Hausbanken, Steuerberaterinnen und -berater und freie Unternehmensberater unterstützt.

Weitere Hinweise zur Unterstützung:

Kreditverhandlungen bei der Hausbank optimieren: Bei Kreditverhandlungen muss die Unternehmerin/der Unternehmer die Hausbank anhand von aussagefähigen Unterlagen sowie in einem Kreditgespräch von dem Vorhaben überzeugen. Einen Infofilm der Industrie- und Handelskammern dazu finden Sie hier.

Die IHK vor Ort unterstützt die Unternehmen bei der Aufbereitung der Unterlagen und der Vorbereitung auf das Gespräch mit der Hausbank im Rahmen eines vertraulichen Beratungstermins.

Krisenhotline der IHK und Schuldnerhilfe Köln e.V. in Köln, Bonn und Aachen: Für Ihre Mitgliedsunternehmen, die sich in einer Krise befinden oder bereits insolvent sind, hat die IHK Köln in Zusammenarbeit mit der Schuldnerhilfe Köln e.V. eine kostenfreie Hotline eingerichtet.

Eine individuelle Beratung in Einzelgesprächen für überschuldete Selbstständige und Kleinunternehmen in Sanierungsfragen, eine ausführliche Sanierungs- und Abwicklungsberatung einschließlich Begleitung im Insolvenzverfahren bietet gegen Kostenbeitrag die Schuldnerhilfe Köln e.V.

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