Industriebranchen

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Gespeichert von Mareike Sassens... am 19. Juli 2016

Industriebranchen

Die Leistungs- und Innovationsfähigkeit der Industrie ist das Fundament unseres Wohlstands und dient der Bewältigung wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Herausforderungen. Dabei spielen die traditionell starken Industriebranchen in Nordrhein-Westfalen eine herausragende Rolle. Mit der weltweit renommierten Ingenieurschmiede an der RWTH Aachen und Regionen wie Südwestfalen, Ostwestfalen-Lippe oder dem Ruhrgebiet hat Nordrhein-Westfalen gleich mehrere Zentren des Maschinenbaus. Die chemische Industrie im Rheinland zählt zu ersten Adressen weltweit. Zahlreiche nordrhein-westfälische Weltmarktführer sind in Schlüsselbranchen wie beispielsweise digitaler Prozesstechnik, Elektrotechnik, Automotive oder Smart Health unterwegs.

Nordrhein-Westfalen verfügt als einer der wenigen Standorte weltweit noch über eine komplette industrielle Wertschöpfungskette. Kennzeichnend ist dabei der einzigartige Mix von spezialisierten kleinen und mittelständischen Unternehmen bis hin zu großen Mittelständlern und Großunternehmen. Diese Unternehmen vereint ein hoher Internationalisierungsgrad, von den Grundstoffindustrien bis hin zu spezialisierten Zulieferern und großen Systemanbietern auf wachstumsstarken Leitmärkten.
 
Mit mehr als einer Million Beschäftigten erwirtschaftet das produzierende Gewerbe mehr als 25 Prozent des nordrhein-westfälischen Bruttoinlandprodukts. Gleichzeitig setzt eine kraftvolle industrielle Basis auch starke Impulse für einen prosperierenden Dienstleistungssektor. Dies wird bei den wachstumsstarken industrienahen Dienstleistungen in Nordrhein-Westfalen besonders deutlich.

Automotive

Der Automobilstandort in Nordrhein-Westfalen stellt einen der wichtigsten Industriezweige des Landes dar. Mit ihrem hohen Ausfuhranteil ist sie die Branche mit dem höchsten Exportanteil im Land.

Die rund 800 Unternehmen mit ihren über 200.000 Beschäftigten sowie die exzellenten Forschungseinrichtungen sind wichtige Bindeglieder in der weltweiten Automobilwirtschaft. Sie tragen mit hochmodernen und innovativen Produkten und Dienstleistungen – unter anderem in den aufstrebenden Bereichen Elektromobilität oder Autonomes Fahren – in hohem Maße zu Wachstum und Beschäftigung in NRW bei.

Biotechnologie

Industrielle Biotechnologie – ein Schwerpunkt von BIO.NRW
Die industrielle Biotechnologie ist eine sich dynamisch entwickelnde Technologie aus den in NRW traditionell starken Industrien Energie, Stahl und Chemie. Um die industrielle Biotechnologie sowohl auf wissenschaftlicher wie auch industrieller Ebene zu fördern, wurde das Partnercluster von BIO.NRW, CLIB2021 Cluster industrielle Biotechnologie e.V. mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalens im März 2007 gegründet.
 
BIO.NRW.red - Rote Biotechnologie in Nordrhein-Westfalen. Die rote Biotechnologie ist fokussiert auf den Menschen und wird genutzt, um alternative Lösungen für medizinische Probleme bzw. Fragegestellungen von der Diagnostik bis hin zur Therapie zu erzielen.

Weitere Informationen:

Cluster Biotechnologie Nordrhein-Westfalen

Baugewerbe

Für unsere Gesellschaft sind die Produkte und Dienstleistungen des Baugewerbes von großer Bedeutung. Das Baugewerbe (Bauhauptgewerbe und Ausbaugewerbe) ist – nach dem Verarbeitenden Gewerbe – der zweitgrößte Teilbereich des Produzierenden Gewerbes in Nordrhein-Westfalen. Der Anteil des Baugewerbes an der gesamten Bruttowertschöpfung in Nordrhein-Westfalen liegt bei etwa 3,8 Prozent, der Anteil an der Bruttowertschöpfung im Produzierenden Gewerbe in NRW liegt bei rund 14 Prozent.

Damit hat das Baugewerbe einen höheren Anteil an der Bruttowertschöpfung im produzierenden Gewerbe in NRW als zum Beispiel der Maschinenbau oder der Fahrzeugbau. Als strukturelle Besonderheit im Bauhauptgewerbe führen 90 Prozent aller Betriebe jeweils weniger als 20 Mitarbeiter, zusammen aber rund die Hälfte aller Beschäftigten.

Gerade für den Bausektor besteht eine intensive Verflechtung mit angrenzenden Wirtschaftszweigen (mit Güterherstellern und mit Dienstleistungsanbietern). Damit  hat das Baugewerbe in NRW einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage auch anderer Wirtschaftszweige. Zur Vorbereitung auf zukünftige Herausforderungen hat die Bauwirtschaft den schonenden Umgang mit Ressourcen und Energie zum zentralen Element im Lebenszyklus von Bauwerken gemacht.
In den Handlungsfeldern „Gebäude“, „Energieerzeugung“ und „Mobilität und Infrastruktur“ hat die Bauwirtschaft innovative Baukonzepte entwickelt, um die erheblichen Effizienzpotentiale nutzbar zu machen.

Im Gebäudebereich sind neben der energetischen Sanierung von Bestandsbauten und dem energieeffizienten Neubau auch der ressourcenschonende Bauprozess und der nachhaltige Gebäudebetrieb Bestandteile des ganzheitlichen Ansatzes.

Chemische Industrie

Nordrhein-Westfalen ist der bedeutendste Chemiestandort in Deutschland: Rund ein Drittel aller Umsätze in der chemischen Industrie erwirtschaften die NRW-Unternehmen. Der Wirtschaftsstandort zeichnet sich durch erstklassige Forschung sowie einen besonderen Mix aus einem breiten Mittelstand und zahlreichen international erfolgreichen Großunternehmen aus. Als zentraler Materiallieferant stoßen Neuentwicklungen in der Chemie einen hohen Anteil von Innovationen in vielen anderen Wertschöpfungsketten an: Daher gilt sie als wichtiger Innovationsmotor für die gesamte Industrie.

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Elektroindustrie

Die Elektroindustrie zeichnet sich in Nordrhein-Westfalen durch die große Bandbreite sowohl bei den Produkten als auch in der Unternehmensgröße aus. In rund 1.100 Unternehmen der Elektroindustrie sind über 155.000 Menschen beschäftigt.

Es werden nicht nur weltweit etablierte Produkte für den Endverbraucher hergestellt, vielmehr ist die Elektroindustrie einer der Enabler bei den aktuellen Mega-Trends wie zum Beispiel Industrie 4.0, Smart Grids und Breidbandausbau. Ohne die innovativen Entwicklungen in der Elektroindustrie ist deren Umsetzung nicht denkbar.

Energiewirtschaft

NRW liefert rund 27 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms. Etwa Dreiviertel dieses Stroms kommen aus Steinkohle- und Braunkohlekraftwerken, die damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Preisstabilität leisten. Im Bundesländervergleich ist hier die Nettostromerzeugung durch industrielle Kraft-Wärme-Kopplung am höchsten (17,6 Prozent). NRW ist auch ein großer Stromverbraucher; so werden rund 28 Prozent des Stroms von hiesigen Industrieunternehmen verbraucht. Neben den konventionellen Energieträgern kommt den Erneuerbaren Energien in NRW mit rund zehn Prozent eine wachsende Bedeutung an der Stromerzeugung zu. Außerdem verfügt NRW über eines der am besten ausgebauten und leistungsfähigsten Energienetze Deutschlands.

Weitere Informationen:

Energiewirtschaft in NRW
Netzwerk Energiewirtschaft - Smart Energy

Ernährungswirtschaft

Die Ernährungswirtschaft in Nordrhein-Westfalen ist eine starke, erfolgreiche Branche: Markantes Kennzeichen ist zunächst eine breite Wertschöpfungskette von der Landwirtschaft über Ernährungsindustrie, -technologie und -handwerk zu Lebensmitteleinzelhandel und Gastronomie („von Saatgut bis Fast Food“). Dabei zeichnen sich viele klein- und mittelständische Betriebe durch innovative Produkte oder Verfahren aus. Viele Anbieter konzentrieren sich inzwischen auch auf den Außer-Haus- beziehungsweise To-Go-Markt.

Aus nachvollziehbaren Gründen ist die Branche wenig anfällig gegen Konjunkturschwankungen. Die Umsatzzahlen sind in einem Umfeld weitgehend gleichbleibender Nachfrage konstant. Wachstum wird vor allem generiert aus verstärkter Exporttätigkeit. In wenigen Zahlen bedeutet das: Mit REWE, Metro, Aldi-Gruppe, Lekkerland und Tengelmann haben fünf der zehn umsatzstärksten Lebensmittelhandelshäuser ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen.

Allein die Lebensmittel verarbeitende Wirtschaft mit über 1000 Unternehmen beschäftigt rund 100.000 Mitarbeiter bei einem Umsatz von etwa 40 Millarden Euro. Ebenfalls rund 100.000 Beschäftigte sind der Gastronomie zuzuordnen. Über 200 Braustätten erzeugen etwa ein Viertel des gesamten Bierabsatzes in Deutschland. Mit der ANUGA in Köln stellt Nordrhein-Westfalen die weltgrößte Fachmesse der Ernährungswirtschaft und Nahrungsmittelindustrie. Dabei präsentierte die ANUGA 2015 über 7000 Aussteller aus 108 Ländern.

Gesundheitswirtschaft

In der Gesundheitswirtschaft in NRW sind 1,3 Mio. Beschäftigte tätig, das sind 15 Prozent aller Beschäftigten in NRW. Ein Viertel aller neu geschaffenen Stellen entstanden in NRW seit 2009 in der Gesundheitswirtschaft. Den Kernbereich der Gesundheitswirtschaft bilden 360 Krankenhäuser, 4.400 Apotheken sowie Arzt- und Zahnarztpraxen und pflegerische Einrichtungen. Hinzu kommen 700 Unternehmen der Medizintechnik und 157 Pharmaunternehmen.

Kleine und mittlere Unternehmen aber auch international tätige Großunternehmen (Bayer Health Care, 3M) produzieren, forschen und entwickeln in den Bereichen Pharma, Medizintechnik und LifeScience. Die Unternehmen arbeiten im Bereich Forschung und Entwicklung mit den zahlreichen Universitäten und Forschungseinrichtungen im Land zusammen. Nordrhein-Westfalen ist mit seinen sechs Universitätskliniken und zahlreichen außeruniversitären Forschungseinrichtungen ein wichtiger Standort für Forschung und Entwicklung in den Bereichen Gesundheit und LifeScience. Hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung sind Voraussetzung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen dieser Branchen, die durch Exportquoten von über 60 Prozent gekennzeichnet sind.

Aufgrund des demographischen Wandels in den Industriestaaten und des Wachstums in den Schwellenländern wird die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen im Gesundheitssektor weltweit steigen.  Erhebliche Effizienz- und Qualitätssteigerungen insbesondere in der sektorübergreifenden Versorgung sind in den kommenden Jahren im Rahmen der Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft zu erwarten. NRW nimmt bundesweit eine führende Rolle in der Telemedizin ein (Beispiele: elektronische Fallakte, Westdeutscher Teleradiologieverbund).

Die Landesregierung hat in ihrer Innovationsstrategie die Leitmärkte „Gesundheit“ und „LifeScience“ definiert und fördert Innovationsverbünde aus Mitteln des EFRE-Programms „Wachstum und Beschäftigung“.

2016 präsentierten sich mehr als 5.000 Aussteller aus 70 Nationen auf dem Weltforum der Medizin den 128.000 Besuchern.

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Kunststoff

Fortschritte in der Kunststoffindustrie beeinflussen die gesamte Industrielandschaft: Sie setzen oftmals eine ganze Kette von Innovationen in Gang und lösen beachtliche Optimierungsprozesse aus. Das gilt vor allem für die Kunststoffindustrie in Nordrhein-Westfalen, denn sie umfasst die gesamte Wertschöpfungskette – das ist europaweit einmalig. Die Bandbreite reicht dabei von den stark mittelständisch geprägten Unternehmen der Kunststoffverarbeitung, dem Kunststoffmaschinenbau, branchennahen Dienstleistern bis hin zu den international aufgestellten Aktiengesellschaften der Kunststofferzeugung. In NRW trifft die forschungsintensive Branche auf optimale Voraussetzungen: 72 Hochschulen, renommierte Institute und unternehmenseigene Forschungseinrichtungen sorgen für Innovationen.

Weitere Informationen:

www.kunststoffland-nrw.de

Luft- und Raumfahrt

Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie hat sich durch internationale Technologieführerschaft und weltweiten Erfolg zu einem Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft entwickelt. Mit 105.700 direkt Beschäftigten im Jahre 2015 bündelt sie nahezu alle strategischen Schlüsseltechnologien. Damit generiert sie ein jährliches Umsatzvolumen von gegenwärtig 32,1 Mrd. Euro. Nordrhein-westfälische Unternehmen tragen bei unterschiedlichsten Technologien mit einem erheblichen Beitrag zu dieser erfreulichen Bilanz bei.

Mit dem DLR, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln, das mit über 8.000 Mitarbeitern deutschlandweit auch über 15 weitere Standorte verfügt, beheimatet unser Land das wissenschaftliche Kompetenzzentrum für die gesamte deutsche Raumfahrt. Der Standort Köln ist nicht nur Sitz des Vorstands und der Zentralverwaltung, sondern auch zahlreicher Forschungs- und Zentraleinrichtungen. Das DLR leistet wichtige Beiträge zur Erforschung der Erde und des Sonnensystems. Es stellt Wissen für den Erhalt der Umwelt zur Verfügung und entwickelt in zahlreichen Kooperationen mit der Industrie umweltverträgliche Technologien für die Energieversorgung, die Mobilität, die Kommunikation und die Sicherheit.  
 
Die Luft- und Raumfahrt ist ein Technologie- und Konjunkturmotor in Deutschland. Sie verbindet fast alle Hochtechnologien unseres Informationszeitalters: Elektronik, Robotik und die Mess-, Steuer-, Werkstoff- und Regeltechnik. Die daraus resultierenden Innovationen haben den Computerbau wesentlich beflügelt und finden auch Anwendung in vielen anderen Industriezweigen. Mobilfunksysteme, Navigationssysteme in Autos, Live-Übertragungen von sportlichen und politischen Großereignissen, Videokonferenzen oder globale Umwelt- und Klimaforschung wären ohne Pionierleistungen dieser Branche nicht möglich. Unsere Raumfahrtindustrie liefert neue Erkenntnisse über die Erde und das Weltall, erschließt neue Technikanwendungen, ermöglicht neue Dienstleistungen, fördert die internationale Zusammenarbeit und verbessert die Möglichkeiten der Abrüstungs- und Friedenspolitik über Europa hinaus.

Machinenbau/Produktionstechnik

Maschinenbau und Produktionstechnik sind dynamische Industriezweige mit einem hohen Innovationsgrad. Als Querschnittsbranchen und Technologieführer auf vielen Gebieten integrieren sie neueste Erkenntnisse in Anlagen, Produkte und Prozesse. So leisten sie einen großen Beitrag zum Erhalt und Ausbau der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit ihrer Kunden.

Maschinenbau und Produktionstechnik sind Impulsgeber und gleichzeitig „Enabler“ sowohl für die eigene als auch für viele Abnehmerbranchen. Sie liefern die Technologien zur Lösung zentraler, zukünftiger Aufgaben rund um die Themen Ressourcenschonung und -effizienz, Energie und Klima, Ernährung und Mobilität.
Der Maschinenbau ist mit mehr als 200.000 Beschäftigten (2015; mehr als 20 Beschäftigte) der größte industrielle Arbeitgeber in NRW und erwirtschaftet rund 41 Mrd. Euro Umsatz (2015). Mit etwa 1.500 Betrieben beheimatet NRW beinahe ein Viertel aller deutschen Maschinenbaubetriebe. Jede fünfte deutsche Maschine wird in Nordrhein-Westfalen produziert.
 

Stahl und Metall

Stahl und Metalle schließen weite Teile der Wirtschaftsbereiche "Metallerzeugung und -bearbeitung" und "Herstellung von Metallerzeugnissen" ein.

Stahlindustrie

Die Stahlindustrie ist einer der wichtigsten Werkstofflieferanten der deutschen Industrie. Ihre Innovationskraft und die enge Zusammenarbeit mit den stahlverarbeitenden Branchen sind eine entscheidende Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg von Industriebereichen wie der Automobilindustrie, des Maschinen- und Anlagenbaus, der Stahl- und Metallverarbeitung, der Elektrotechnik und des Bauhauptgewerbes.

Die Stahlunternehmen in NRW sind in komplexe Wertschöpfungsketten eingebettet, die das Rückgrat der nordrhein-westfälischen Industrie bilden. Die Stahlindustrie ist ein unverzichtbarer Baustein der nordrhein-westfälischen Wirtschaft und ein Motor des Fortschritts. Für den Industriestandort Nordrhein-Westfalen spielt die Stahlindustrie eine sehr bedeutende Rolle. Die Produktion von 16,5 Millionen Tonnen Rohstahl – 38 Prozent der gesamten Produktion in Deutschland – und fast 48.000 Beschäftigten – 56 Prozent der Stahlbelegschaften in Deutschland – stehen für die Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen.
In Duisburg befindet sich der größte Stahlstandort Europas

Nichteisen-Metallwirtschaft

Die NE-Metallindustrie gliedert sich nach Metallen in die Bereiche Leichtmetalle, Buntmetalle, Edelmetalle und Seltenmetalle sowie Produktionsstufen wie die Erzeugung, die erste Bearbeitung, die Weiterverarbeitung sowie den Guss. Eine große Zahl von Werkstoffen und Produkten, geschlossene Wertschöpfungsketten, große unternehmerische Vielfalt und die enge Vernetzung mit anderen Industriezweigen formen ein unverwechselbares Branchenbild der NE-Metalle. Deutschland ist weltweit einer der größten Hersteller und Verwender von NE-Metallerzeugnissen. Die NE-Metallindustrie liefert Vorprodukte aus Metallen und Metalllegierungen für Investitions- und Konsumgüter.

Zu ihren Kunden gehören die Fahrzeugindustrie, die Elektrotechnik, die Bauwirtschaft, die Luft- und Raumfahrtindustrie, der Maschinen- und der Schiffbau, die feinmechanische und die optische Industrie, der Verpackungssektor und die chemische Industrie.

Die Branche trägt insbesondere durch das Recycling wesentlich zur Ressourceneffizienz und Rohstoffsicherheit bei.
657 Unternehmen mit 111.000 Beschäftigten erwirtschafteten in Deutschland im Jahr 2015 Umsätze von über 47 Milliarden Euro. Der NRW-Anteil an diesen Kennzahlen macht jeweils knapp ein Viertel aus (Quelle der Zahlen: Geschäftsbericht der WVMetalle).

Stahl- und Metallverarbeitung

5.200 überwiegend familiengeführte Unternehmen mit rund 500.000 Beschäftigten gehören zur Stahl- und Metall-verarbeitenden Industrie in Deutschland. Fast die Hälfte der Betriebe der Branche produziert in Nordrhein-Westfalen. Produkte und Leistungen sind neben verschiedener Dienstleistungen, wie die mechanische Bearbeitung von Stahl- und Aluminiumteilen und deren spezielle Oberflächenbehandlung, klassische Konsumgüter, Investitionsgüter aber vor allem Produkte, die als Zulieferungen unmittelbar in die Produktion nachgelagerter Industriebereiche eingehen.

Möbelindustrie

Nordrhein-Westfalen – speziell Westfalen-Lippe – ist das Zentrum der Holz- und Möbelindustrie in Deutschland und Europa. Die NRW-Möbelindustrie ist integriert in ein ausgeprägtes holzwirtschaftliches Netzwerk, das den Möbelstandort NRW auszeichnet. In keiner anderen Region Europas findet sich ein so dichtes Netzwerk an Unternehmen der Möbelindustrie, vorgelagerter Zulieferbranchen, nachgelagerter Handelsorganisationen und begleitender Dienstleistungsunternehmen. Hier findet mehr als ein Drittel der gesamten deutschen Möbelproduktion statt. Hinzu kommt eine regional ausgeprägte Bildungs- und Forschungslandschaft mit 13 Hochschulen.

Dabei spricht für die Region, dass der Produktivitätsvorsprung in nahezu allen Möbelsegmenten gegeben ist. Von besonderer Bedeutung in OWL ist die Küchenmöbelindustrie. Annähernd zwei Drittel der bundesweiten Umsätze werden in OWL erwirtschaftet. Insgesamt ist die Region der Küchenproduzent Nr. 1 in Deutschland.

Mit Blick auf die weiterhin zunehmende internationale Konkurrenz und die dynamische Kaufkraftentwicklung in anderen Teilen der Welt ist die Ausrichtung der Branche auf die Qualitätsführerschaft auf in- und ausländischen Märkten von großer Bedeutung. Nicht erst seitdem insbesondere osteuropäische und chinesische Möbelhersteller europaweit Marktanteile hinzugewinnen, sieht die Branche ihre Stärkung im zunehmenden internationalen Wettbewerb als Chance und Herausforderung.

Sichtbar wird dies insbesondere auf der jährlich stattfindenden imm cologne als eine der größten, weltweit anerkannten Möbelmessen mit dem besonderen Merkmal einer hohen Internationalität, was gleichermaßen auf Aussteller und Besucher zutrifft.

Nanotechnologie

In Nordrhein-Westfalen existiert eine enge Verflechtung von Forschung und Industrie. Über 450 Akteure befassen sich in Forschung, Entwicklung und Anwendung mit Nanotechnologie. Nicht nur die Vielzahl an Akteuren verleiht NRW eine herausragende Stellung, auch der nahezu gleich hohe Anteil an Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft sorgt dafür, dass sich Synergiepotenziale sehr gut nutzen lassen.  Das genaue Wissen über den Aufbau von Nanoteilchen macht es möglich, Produkte genau auf die Anforderungen ihres Verwendungszwecks zuzuschneiden. Bereits jetzt werden Nanomaterialien vielfältig genutzt. Sie sind zum Beispiel in Autolacken enthalten und schützen vor Zerkratzen, werden in der Medizin eingesetzt oder sind in Alltagsprodukten wie Hautcremes, Textilien oder Wandfarben vorhanden. Darüber hinaus ist es mit Nanotechnologie möglich, in vielen anderen Bereichen Innovationen auf den Weg zu bringen. Nanotechnologie hat ein enorm großes wirtschaftliches Potenzial. Die Hightech-Strategie für Deutschland verweist auf Prognosen, die das weltweite Marktpotenzial bei bis zu einer Billion Euro im Jahre 2015 sehen.

Weitere Informationen:

Cluster NanoMikroWerkstoffePhotonik

Neue Werkstoffe

Eine zentrale industrielle Schlüsselbranche ist im Cluster „NanoMikroWerkstoffe+Photonik“ gebündelt. Dieses Cluster umfasst mehrere Querschnittstechnologien von zentraler Bedeutung, die in praktisch alle Branchen hineinwirken.Ihre Rolle für die Innovationskraft des Wirtschaftsstandorts Nordrhein-Westfalen ist deshalb extrem groß. Angesichts der inhaltlichen Vielfalt und breiten Branchenwirkung kommt es für Unternehmen und Forschungseinrichtungen darauf an, Chancen für eine Marktführerschaft zu erkennen und die eigenen Stärken auszubauen. Die Vernetzung möglichst aller Akteure der Wertschöpfungskette ist deshalb entscheidend.

Übergeordnetes Ziel des Clustermanagements „NanoMikroWerkstoffe+Photonik“ ist es, das Land Nordrhein-Westfalen entlang von vier Leitthemen bundesweit zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum im Bereich der Nano-, Mikro- und Werkstofftechnologie und Photonik zu machen.
Die Arbeit des Clustermanagements wird von vier strategischen Leitthemen getragen:

  1. Das erste Leitthema ist, Informationen über vorhandene Technologiepotenziale und Branchenbedürfnisse zugänglich zu machen sowie effiziente und verbindliche Kommunikationsplattformen zwischen Technologieentwicklern und NRW Leitbranchen zu entwickeln.
  2. Das zweite Leitthema ist, den Dialog zwischen den Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen einerseits und den Unternehmen und Branchenvertretern andererseits zu intensivieren, um neues Wissen schnell genug zu generieren und wirtschaftlich nutzbar zu machen.
  3. Das dritte Leitthema ist, in Zusammenarbeit mit den NRW Branchen-Clustern und den Technologienetzwerken Märkte und Technologieschwerpunkte zu identifizieren, in denen in NRW eine kritische Masse an Unternehmens- und Technologiepotenzial vorhanden ist, um die privaten und öffentlichen Investitionen auf diese Bereiche zu fokussieren.
  4. Das vierte Leitthema ist, neben den üblichen Informationsmaterialien und Präsentationsforen neue Marketingstrategien und Instrumente zu entwickeln, die gezielt Kunden und Investoren für NRW Technologieentwickler und Produzenten ansprechen.
Papierindustrie

Die deutsche Papierindustrie gehört weltweit zu den größten Erzeugern von Papier, Karton und Pappe. Innerhalb Deutschlands nimmt Nordrhein-Westfalen die Spitzenstellung ein. Die hohe Produktivität ist in der kapitalintensiven Papiererzeugung, die zu den fünf energieintensivsten Branchen zählt, ein bedeutender Erfolgsfaktor.

Der Papiermarkt in Europa stagniert; die weltweite Nachfrage verschiebt sich nach Asien und in die endverbrauchenden Schwellenländer. Papier ist ein traditionelles, aber auch innovatives Produkt. Ca. 3000 Papiersorten werden zu verschiedensten Produkten weiterverarbeitet. Verpackungspapiere stellen inzwischen das größte Segment der Papiererzeugung dar – bei weltweit zunehmender Nachfrage. Der steigende Online-Handel und der wachsende Welthandel tragen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei.

Erfolgreiche Unternehmen befinden sich in Marktnischen (z.B. technische und Spezialpapiere) mit hochwertigen Produkten. Bei Standardpapieren ist Kostenführerschaft und Flexibilität von entscheidender Bedeutung. Die Branche ist sowohl auf einen sicheren Rohstoffzugang als auch auf eine sichere Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen angewiesen. Energie einzusparen ist daher nicht nur ein ökologisches Gebot, sondern auch ökonomisch notwendig.
Die Papiererzeugung gehört zu den Branchen, die den technischen Fortschritt über innovative Produktionsanlagen „internalisieren“. Altpapier ist heute der mengenmäßig bedeutendste Rohstoff für die Papiererzeugung. Zu den großen Vorteilen des Papierstandorts Deutschlands gehört auch, dass branchenbezogene Maschinen- und Anlagenbauer in internationaler Spitzenstellung mit der Papiererzeugung einen Cluster bilden.

Steine/Erden

Nordrhein-Westfalen ist ein für Kies, Sand oder Kalkstein und andere Festgesteine rohstoffreiches Land. Die hier ansässige leistungsfähige Baustoff- und Rohstoffindustrie hat überregionale Bedeutung und stellt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Als innovativer Industriezweig steht die Rohstoffindustrie am Anfang vieler Wertschöpfungsketten.

Die hohe Bevölkerungs-, Siedlungs- und Infrastrukturdichte in NRW erzeugt einen beträchtlichen Eigenbedarf; eine sichere Marktversorgung kann hier durch den Zugriff auf die eigenen, verbrauchsnahen Rohstoffvorkommen gewährleistet werden. NRW verfolgt den Nachhaltigkeitsaspekt auch im Umgang mit den heimischen Rohstoffen. Dies bedeutet, die ökonomischen, ökologischen und sozialen Erfordernisse bei der Gestaltung des Abgrabungsgeschehens angemessen zu berücksichtigen. Ein besonderes Konfliktpotenzial ergibt sich aus der Konkurrenz der Rohstoffgewinnung mit vielen anderen und ebenso berechtigten Raumnutzungsansprüchen.

Die Gewinnung von Rohstoffen führt unweigerlich zu Eingriffen in Natur und Landschaft – auch wenn diese nur vorübergehend sind. Rekultivierung und Renaturierung von Abbaustätten sind daher wesentliche Verpflichtungen der Industrie gegenüber der Gesellschaft. Schon in Zusammenhang mit der Abgrabungsgenehmigung wird so die Folgenutzung des Geländes rechtsverbindlich festgelegt. Schon heute renaturiert die Branche abgrabungsbegleitend mit erheblichen finanziellen Aufwendungen rund die Hälfte aller stillgelegten Abbauflächen in Form hochwertiger Biotope, die andere Hälfte geht in forstliche, landwirtschaftliche und andere Folgenutzungen.

So wandeln sich - ausgelöst durch den Gewinnungsprozess - Flächen mit einem meist niedrigen Naturschutzwert in Zonen von hohem ökologischem Wert, die zur Biodiversität beitragen

Textil/Bekleidung/Mode

Nordrhein-Westfalen ist in Deutschland und in Europa ein führender Standort der globalisierten Textil- und Bekleidungsindustrie. Die Textilindustrie hat sich zu einer interdisziplinären High-Tech-Branche entwickelt. Als Querschnittstechnologie eröffnet sie auch anderen Branchen Zukunftsoptionen. Die Entwicklung technischer Textilien orientiert sich an den globalen Megatrends der Zukunft wie Ressourceneffizienz, Gesundheit und Klimaschutz. Forschung, Entwicklung und Investitionen haben die deutschen Hersteller technischer Textilien zu internationalen Weltmarktführern gemacht.

Die nordrhein-westfälischen Bekleidungsunternehmen gehören zu den erfolgreichen „global Playern“ mit internationalen Wertschöpfungsketten. Der CSR-Dialog NRW mit Bekleidungsunternehmen zeigt, dass die Balance zwischen Kosten und Verantwortung gelingen muss und kann. CSR ist ein Standortfaktor und Wettbewerbsvorteil für die nordrhein-westfälische Bekleidungsindustrie.

Das Branchencluster der Textil- und Bekleidungsindustrie „ZiTex Textil & Mode NRW“ ist ein Spiegelbild der vernetzten Branchenakteure aus Unternehmen, Verbänden der Landes- und Bundesebene, Gewerkschaft, Wissenschaft und Wirtschaftsministerium der Landes- und Bundesebene.

Weitere Informationen:

www.zitex.de

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