„Ich bin stolz auf den NRW-Gründerpreis“

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Gespeichert von Volker Stößel am 22. März 2018
22. März 2018

„Ich bin stolz auf den NRW-Gründerpreis“

Manuela Baier, Gründerin des Landhotels Kallbach, gibt Auskunft über den Aufbau ihres Start-ups.

 

Für ihren unternehmerischen Mut und wirtschaftlichen Erfolg wurde Manuela Baier mit dem NRW-Gründerpreis 2017 ausgezeichnet. Ende 2014 hat sie das Landhotel Kallbach gegründet, 2016 kam dann Kallbach’s Adventure Golf hinzu. Dafür hat sie ihr berufliches Leben mit Stationen in Hamburg, New York und Hongkong für die Idylle in dem 52-Seelen-Dorf Simonskall (Kreis Düren) aufgegeben. Im Interview spricht die 51-Jährige unter anderem über Herausforderungen beim Aufbau ihres Unternehmens und den Megatrend Digitalisierung.

Mit Ihrem Geschäftsmodell haben Sie es auf das Siegertreppchen des NRW-Gründerpreis 2017 geschafft. Was war spontan Ihre Reaktion, als Sie davon erfuhren?

Alleine die Nominierung und damit in den Top 10 von 153 Bewerbern zu sein, hat mich sehr stolz gemacht. Die nächste Überraschung und bereits ein kleiner Sieg war die Tatsache, das ich als einzige Frau unter den Nominierten gelistet war. Es hat mich dann sprachlos gemacht, es neben kreativen Erfindern und Firmen ganz anderer Umsatzniveaus auf das Treppchen geschafft zu haben.  Ein Unternehmen aus dem Bereich der Hotel- und Gaststättenbranche hat es bis dato noch nie unter die besten zehn geschafft. Das war für unser Hotel schon ein riesiger Erfolg, über den viele Medien berichtet haben. Das Preisgeld habe ich in eine schöne Weihnachtsfeier für das Team investiert. Wir sind stolz, von einer so hochkarätig besetzten Jury für unsere Leistung gewürdigt worden zu sein.

Unternehmensgründungen sind ein Marathonlauf. Wie haben Sie bisher Herausforderungen gemeistert?

Den richtigen Betrieb zur Übernahme zu finden, war bereits nicht so einfach. Ich habe Exposés von knapp 130 stehenden Objekten studiert und mir von der Ostsee bis zum Bodensee fast 30 Unternehmen angeschaut. Die Preisverhandlung hat sich über viele Wochen hingezogen. Es war lange Zeit nicht klar, ob ich meine Preisvorstellung durchgesetzt bekomme. Vor der Übernahme habe ich ein zweimonatiges Praktikum in meinem späteren Betrieb absolviert. Wie ein Azubi habe ich Küche, Service, Housekeeping und Rezeption durchlaufen. Keine leichte Aufgabe für jemanden mit fast 50 Jahren, der ursprünglich aus dem Management kommt. Während des Praktikums war der Alteigentümer noch an Bord. Er hatte große Schwierigkeiten, den Betrieb loszulassen und an mich zu übergeben. Das war keine leichte Zeit.

Auch die Tourismus-Branche ist im Umbruch: Wie beeinflusst die Digitalisierung Ihr Start-up?

Ich bin Neuerungen wie auch digitalen Features gegenüber sehr aufgeschlossen. Die Homepage habe ich in knapp vier Jahren bereits zwei Mal komplett erneuert, um auf dem aktuellsten technischen Stand zu sein. Bei uns kann man über die Webseite Buchungen in Echtzeit vornehmen. Selbst bei großen Ketten ist das nicht immer möglich. Auch Facebook und Instagram werden mit Neuigkeiten gefüttert, um für unsere Gäste zeitgemäß und attraktiv zu sein. Ein Wermutstropfen: Bei uns auf dem Land fällt leider öfters das Internet über mehrere Stunden aus. Das ist für unsere Gäste und Arbeitsabläufe unbefriedigend.

Welchen Tipp würden Sie potentiellen Gründerinnen und Gründern geben?

Als Gründer muss vorher klar sein: Auch wenn ich demnächst mein ‚eigener Herr‘ bin, habe ich trotzdem noch Chefs über mir. Die heißen nun Bank, Steuerberater und Finanzamt.
 

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