Rohstoffpolitik
Die Rohstoffsicherung ist grundlegend für die Resilienz unserer Wirtschaft und Industrie. Die doppelte (klimaneutrale und digitale) Transformation der Wirtschaft und die weltweiten Krisen haben zu einer Verschiebung der Rohstoffbedarfe geführt, die sich in den nächsten Jahren weiter verstärken werden. Die für die Transformation erforderlichen Rohstoffe, wie Kupfer, Aluminium, Lithium, Kobalt, Nickel, Seltene Erden usw., sind knapp und deren Vorkommnisse beschränken sich überwiegend auf bestimmte Gebiete/Länder.
Um die Resilienz und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Nordrhein-Westfalen zu stärken und sie zukunftsfähig aufzustellen, ist es daher zwingend erforderlich, eine sichere Rohstoffversorgung der heimischen Wirtschaft in den Fokus zu rücken. Die Rohstoffpolitik stützt sich dabei auf drei wichtige Säulen:
- Heimische Verfügbarkeit von Rohstoffen: NRW verfügt über reiche Vorkommen an mineralischen Baustoffen wie Quarz, Kalkstein, Sand und Kies, die für Energiewende von Bedeutung sind (z.B. für Windkraftanlagenfundamenten und Photovoltaikzellen). Der Abbau kritischer Rohstoffe im Sinne des Critical Raw Materials Act der EU (CRMA) ist allerdings nur sehr begrenzt bis gar nicht möglich, deshalb ist eine Betrachtung auf Ebene des europäischen Binnenmarktes erforderlich. Eine wichtige Bedeutung kommt auch der Verarbeitung von Rohstoffen zu.
- Diversifizierung der Rohstoffeinfuhren: Um aktuelle Abhängigkeiten von exportierenden Ländern zu reduzieren bzw. zu vermeiden ist es erforderlich, die Herkunft der Rohstoffeinfuhren -soweit möglich- zu diversifizieren.
- Zirkuläre Wertschöpfung: Ein zentraler Schlüssel zur Rohstoffsicherung ist die zirkuläre Ausrichtung unserer Wirtschaft, um die Rohstoffeffizienz zu erhöhen und den Einsatz von Primärrohstoffen zu senken. Hier besteht für das Land der größte Handlungs- und Gestaltungsspielraum. Weitere Infos zur zirkulären Wertschöpfung in NRW finden Sie hier.
Nordrhein-Westfalen kann trotz steigender Bautätigkeit den Abbau von Kies und Sand reduzieren: RWI – Leibniz-Institut legt 1. Rohstoffmonitoring-Bericht vor
Der 1. Rohstoffmonitoring-Bericht des RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, dass der Abbaubedarf an Kies und Sand in Nordrhein-Westfalen bis 2035 trotz zunehmender Bautätigkeit in allen betrachteten konjunkturellen Szenarien rückläufig ist – im mittleren, wahrscheinlichsten Szenario um rund 8 Prozent. Das entspricht einem jährlichen Rückgang um 0,6 Prozent pro Jahr. Effizienzgewinne, eine steigende Rohstoffproduktivität und die verstärkte Nutzung von recycelten Baustoffen tragen wesentlich zu dieser Entlastung bei. Hinzu kommen rückläufige Ausfuhren. Insgesamt bleibt die Versorgungssicherheit bei höherem Bauvolumen und zu günstigen Preisen gewährleistet.
Das RWI – Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung erstellt im Rahmen der Studienreihe „Rohstoffmonitoring“ im Auftrag des Wirtschafts- und Klimaschutzministeriums ab dem Jahr 2026 regelmäßig Berichte. Die Rohstoffmonitoring-Berichte erscheinen im zweijährigen Rhythmus. Daneben werden in den Zwischenjahren Aktualisierungsberichte erscheinen. Das Rohstoffmonitoring soll den Bedarf nach Kies und Sand transparent machen und aufzeigen, ob und wie ein reduzierter Abbau möglich ist.