Blockchain-Technologie in der Verwaltung

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Gespeichert von Mareike Sassens... am 24. Juni 2019

Einsatz der Blockchain-Technologie in der Verwaltung

Das Thema „Blockchain“ oder besser die „Distributed Ledger Technology“ ist seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bereichen (bekannt ist z.B. die „Kryptowährung Bitcoin“) präsent und hat darüber hinaus auch Einzug in Koalitionsverträge genommen. Ist Block-chain eine Lösung, für die wir in der Verwaltung erst ein Problem suchen müssen? Oder kann uns die Blockchain-Technologie helfen, das Verwaltungshandeln zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger sowie der Wirtschaft effizienter zu gestalten?

Der CIO des Landes Nordrhein-Westfalen hat im Mai 2018 die Initiative „Blockchain in der Verwaltung Deutschland“ (BiVD) ins Leben gerufen. Die Initiative versucht, das Thema „Blockchain“ verwaltungsebenenübergreifend zu betrachten und insbesondere im Hinblick auf einen Einsatz in der Verwaltung zu bewerten. Neben der CIO-Abteilung des Wirtschaftsministeriums konnten VITAKO (Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister) zusammen mit RegioIT Aachen, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie der Blockchain Bundesverband – Verband zur Förderung der Blockchain-Technologie in Deutschland (Bundesblock) – als Initiativpartner gewonnen werden.
Von der von der Technologie werden insbesondere folgende Vorteile erwartet:

  • Once-only-Prinzip (Bürger und Unternehmen müssen bestimmte Standardinformationen der Verwaltung nur noch einmal mitteilen)
  • Selbstsouveräne Identität
  • mehr Sicherheit durch Dezentralisierung
  • Registermodernisierung
  • gemeinsame Standards, behördenübergreifender und länderübergreifender Datenaustausch, auch im europäischen Kontext

Wie müsste eine Blockchain in der Verwaltung im Hinblick auf beispielsweise Technik, Governance und Leistung aufgebaut sein? Diese Frage soll und muss beantwortet werden.

Seit Ende des Jahres 2018 hat sich der BiVD mit dem NExT-Netzwerk zusammengeschlossen. Ziel des NExT-Netzwerkes ist es, die Entwicklung und den Transfer innovativer Digitalisierungsvorhaben gemeinsam anzugehen. BiVD übernimmt unter Leitung des CIO NRW die Rolle des Blockchain-Experten-Netzwerks von NExT, um parallele Strukturen zum gleichen Thema mit den gleichen Zielen zu vermeiden. Durch diesen Zusammenschluss konnten weitere Partner (z. B. die Bundesdruckerei, ITZ-BUND, Bundesnotarkammer, Bundesanstalt für Arbeit, Thüringer Finanzministerium, Stiftung für Hochschulzulassung (Vormals ZVS) gewonnen werden.

Mit Beschluss vom 12. März 2019 hat der IT-Planungsrat die Einrichtung des Koordinierungsprojekts „Blockchain“ beschlossen. Unter Federführung des CIO NRW treffen sich Vertreter des Bundes, der Länder und Kommunen. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Koordinierungsarbeit.
Folgende Ziele wurden vereinbart:

  • Abstimmung der Blockchain-Bestrebungen der Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen
  • Wissenstransfer mit anderen Entwicklungen in Deutschland und Europa (Technik, UseCases usw.)
  • Perspektivisch: Konzept einer deutschlandweiten gemeinsamen Government-Chain und Nutzung gemeinsamer UseCases
  • Informationsaustausch über Veranstaltungen oder Neuigkeiten zum Thema „Blockchain“ unter den Mitgliedern des Koordinierungsprojektes 

European Blockchain Partnership

Im April 2018 wurde die European Blockchain Partnership (EBP) gegründet. Neben der EU-Kommission nehmen alle Mitgliedsstaaten und darüber hinaus Norwegen teil. Siehe auch https://ec.europa.eu/digital-single-market/en/news/european-countries-join-blockchain-partnership.

Ziel von EBP ist der Aufbau einer European Blockchain Service Infrastructure und der Betrieb einzelner Anwendungen (UseCases). Für Deutschland ist das Bundeswirtschaftsministerium der Partnership beigetreten. Wegen der engen Verzahnung von EBP und dem Anwendungsgebiet „Public Sector“ (Verwaltung) hat der CIO Nordrhein-Westfalen das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt. Insbesondere hat sich der CIO NRW – auch in Abstimmung mit der BiVD –Community – für die Einrichtung der Selbstverwalteten Digitalen Identitäten (self-sovereign identity) stark gemacht. Diese Technologie hat das Potenzial, eine neue, nutzerzentrierte Möglichkeit der Authentifizierung im E-Government, aber auch im täglichen Leben zu werden.
 

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