Digitale Modellregionen

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Gespeichert von Mareike Sassens... am 8. Dezember 2017

Digitale Modellregionen

Nordrhein-Westfalen baut fünf digitale Modellregionen auf

Der Fortschritt bei der Digitalisierung ist längst zu einem wichtigen Standortfaktor in den Regionen geworden. Die Regionen im Land haben die große Chance, durch den Einsatz der Digitaltechnik schneller, besser und attraktiver zu werden.

Deshalb haben wir im letzten Jahr das Förderprogramm „Digitale Modellregionen in NRW“ gestartet. Wir sind stolz darauf damit bundesweit ein Schritt voraus zu sein. Ziel ist es mit übertragbaren Lösungen im Bereich „E-Government“ und innovativen Projekten mit der Wirtschaft im Bereich „digitale Stadtentwicklung“ die Digitalisierung in den Regionen und Kommunen zusätzlich zu beschleunigen. Bis Ende 2021 stehen dafür rund 91 Millionen Euro Landesmittel zu Verfügung. Im Mittelpunkt der Programmumsetzung stehen neben der Entwicklung und Umsetzung digitaler Pilotprojekte auch der kontinuierliche Austausch mit den Kommunen in Nordrhein-Westfalen.

E-Government

Im Schwerpunkt „E-Government“ geht es darum, das serviceorientierte Handeln in der digitalen Verwaltung voranzutreiben, eingebettet in die rechtlichen Vorhaben und die Open-Government-Strategie des Landes. Durch die enge Zusammenarbeit mit KDN (Dachverband aller kommunalen IT-Dienstleister in Nordrhein-Westfalen) werden die Projekte von Beginn an für die Übertragbarkeit auf andere Kommunen optimiert und landesweit kommuniziert. Die Förderrichtlinie „Digitale Modellregionen“ schreibt zur Sicherstellung der Übertragbarkeit u.a. vor, dass Projekte so ausgerichtet sein müssen, dass sie verbindliche IT- und Schnittstellenstandards des Bundes und des Landes nach den Vorgaben des IT-Planungsrates und des IT-Kooperationsrates NRW einhalten (vgl. Förderrichtlinie). Die Interoperabilität mit den Portalangeboten des Landes ist ebenfalls einzuhalten. Projektideen- und Ergebnisse werden kontinuierlich durch KDN landesweit kommuniziert.

Digitale Stadtentwicklung

Im Bereich „digitale Stadtentwicklung“ werden die Modellregionen langfristig wirkende Smart-City-Lösungen in enger Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Verbänden, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltungen entwickeln, neue Technologien in der Praxis testen und etablieren. Best Practices sollen schnellstmöglich auch auf andere Kommunen im Land übertragen werden. Dazu zählen beispielsweise die Bereiche smarte Mobilität, Energie-Klima-Umwelt, smarte Gesundheit, Wissenstransfer und start-ups, eHandel, Sicherheit, Menschen mit Behinderung, Alter und Pflege oder smart Home. Ein stetiger Wissenstransfer zu Smart City Projekten mit allen Kommunen in Nordrhein-Westfalen wird durch die Begleitforschung organisiert (geplanter Auftragsbeginn Sommer 2019).

Erste Projekte

Bisher konnten über 50 Projektideen (Stand 18.03.2019) vorgelegt werden. Die Ideen stammen aus vielfältigen Themenbereichen und können sowohl dem „E-Government“ als auch dem „digitalen Städtebau“ zugeordnet werden. In jeder Modellregion wird seit 2018 ein Projektbüro zur Programmkoordinierung innerhalb und zwischen den Modellregionen gefördert.

Insgesamt 12 Projekte konnten bis Ende 2018 bewilligt werden. Das Land beteiligt sich daran mit rund 14 Millionen Euro Fördermitteln. Zahlreiche weitere Projekt sind derzeit für Bewilligungen in der Vorbereitung. 

Eine Übersicht zu den bereits bewilligten Projekten finden Sie hier (Stand: 11.04.2019).
 

Fünf Modellregionen haben sich seit 2018 auf dem Weg gemacht um Modellprojekte zu identifizieren und umzusetzen

Leitkommune Stadt Soest

Die Leitkommune Stadt Soest mit den beteiligten Städten Iserlohn und Lippstadt sowie Kreis Soest (Regierungsbezirk Arnsberg) – Die Kern-Stadt wird im Rahmen eines Projektes vollständig dreidimensional erfasst. Dabei sind eine sehr Menge an Daten zu erheben. Diese Daten werden zum einen der Verwaltung bei bestimmten Entscheidungsprozessen helfen, z.B. bei Grundstücks- und Bauangelegenheiten und zum anderen können sie Rettungskräften, wie Sanitätern, Polizei und Feuerwehr als schnelle Orientierungshilfe in Notfalleinsätzen dienen. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind auch im wirtschaftlichen Bereich denkbar, z.B. für Immobilienunternehmen oder Handwerker, die die Daten z.B. für die Erstellung von Kostenvoranschlägen nutzen können, Und das ohne teure Arbeitszeit ohne Vor-Ort-Besichtigung einzusetzen.

Leitkommune Stadt Paderborn

Die Leitkommune Stadt Paderborn mit den beteiligten Städten Bielefeld und Delbrück sowie Kreis Paderborn (Regierungsbezirk Detmold) – Die Region hat ein großes Gesundheitsprojekt entwickelt. Ziel ist die digitale Vernetzung aller fünf Akutkrankenhäuser der Region mit über 100 niedergelassenen Ärzten aus dem Praxisnetz Paderborn durch die Implementierung einer standardbasierten Gesundheitsplattform zum Austausch von professionell erhobenen Gesundheitsinformationen.

Leitkommune Wuppertal

Die Leitkommune Wuppertal mit den beteiligten Städten Solingen und Remscheid (Regierungsbezirk Düsseldorf) – Die Region ist ein wichtiger Standort für Automobilzulieferer und bereits heute ein Spitzenstandort  in Bezug auf die Entwicklung KI-basierter Mobilität, besser bekannt als autonomes Fahren. Ein Konsortium aus Bergischer Universität, Stadt, Verkehrsbetrieben, Wirtschaftsförderungsgesellschaft und einem großen Automobilzulieferer hat sich zusammengefunden, um im Rahmen eines gemeinsamen Projektes dieses große Thema anzugehen. Die Bandbreite ist Projektes ist enorm, neben den Lösungen für die elektrischen und elektronischen Anforderungen müssen Daten gesammelt und aufbereitet werden und die Besonderheiten des bergischen Städtedreiecks, wie enge Straßen und Steigungen/Gefälle, berücksichtigt werden. Die Einbindung des ÖPNV ist ebenfalls geplant, um den Nutzen für die Bürger schnell sichtbar zu machen.

Leitkommune Aachen

Die Leitkommune Aachen mit der beteiligten Städteregion Aachen (Regierungsbezirk Köln) – Aachen entwickelt gemeinsam mit Gelsenkirchen und Paderborn eine Verbundprojekt zum Thema Blockchain, Projekttitel „govchain nrw“. Das Projekt soll helfen, sichere, effektive, effiziente und gebrauchstaugliche Anwendungen in eine NRW-weite kommunale Blockchain-Infrastruktur implementieren. Beispiele für Anwendungen: Verwiegeprozesse bei Müllfahrzeugen, Registerauskünfte und Datenaustausch.

Leitkommune Gelsenkirchen

Die Leitkommune Gelsenkirchen mit der beteiligten Stadt Bottrop und Kreis Recklinghausen (Regierungsbezirk Münster) – Stadtverwaltung, Westfälische Hochschule und ein junges Start-up Unternehmen entwickeln die „Smartphone-Bürger-ID“. Eingebunden ist auch die Stadt Aachen. Die Kooperationspartner entwickeln eine modellhafte Authentifizierungsmöglichkeit mittels Smartphone. Beispiele für Einsatzmöglichkeiten in der Initialphase: Bewohnerparkplätze und Authentifizierung beim Bewerberportal der Stadt. Diese Applikation wird vielfältig einsetzbar sein, am Ende vielleicht auch für simples Shopping. Um das Verfahren sicher zu gestalten, ist das renommierte Institut für Internet-Sicherheit des Westfälischen Hochschule von Anfang an beteiligt.

Projektkoordinierung in den Regionen

Sie haben Ideen für neue Modellprojekte im Sinne des Förderprogrammes (vgl. Förderrichtlinie) oder Fragen zur Umsetzung? Dann nehmen Sie Kontakt mit den regionalen Ansprechpartnern in den Projektbüros auf:
Paderborn: Frau Boschin-Heinz - c.boschin-heinz(at)paderborn.de
Aachen: Herr Pauels - Wolfgang.Pauels(at)mail.aachen.de
Wuppertal: Herr Dr. Weidemann - joerg.weidemann(at)stadt.wuppertal.de
Soest: Herr Radandt - j.radandt(at)soest.de
Gelsenkirchen: Herr vom Sondern  - mvs(at)gelsenkirchen.de

Veranstaltungen

Fachkonferenz am 8. Oktober 2018
Fachkonferenz im Herbst 2019 – wird derzeit geplant

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